Die Asche liegt noch im Altarraum

Ottweiler. Der 28. Dezember 2011 wird in der Kirchenchronik der Pfarrgemeinde Maria Geburt Ottweiler besonders viel Platz einnehmen. An diesem Tag brannten im Altarraum die wertvolle Ankleidekrippe und einige Weihnachtsbäume, die direkt neben der Krippe standen. Der Innenraum der Kirche wurde besonders durch einen klebrigen Rußfilm beschädigt (Die SZ berichtete mehrfach)

 Wenn auch noch viel zu tun ist, können bereits jetzt Details, wie zum Beispiel die Farbe der zukünftigen Sitzpolster, besprochen werden. Foto: Bernhard Schäfer

Wenn auch noch viel zu tun ist, können bereits jetzt Details, wie zum Beispiel die Farbe der zukünftigen Sitzpolster, besprochen werden. Foto: Bernhard Schäfer

Ottweiler. Der 28. Dezember 2011 wird in der Kirchenchronik der Pfarrgemeinde Maria Geburt Ottweiler besonders viel Platz einnehmen. An diesem Tag brannten im Altarraum die wertvolle Ankleidekrippe und einige Weihnachtsbäume, die direkt neben der Krippe standen. Der Innenraum der Kirche wurde besonders durch einen klebrigen Rußfilm beschädigt (Die SZ berichtete mehrfach).Gut zwei Monate nach dem Brand ist die Situation in der Kirche noch unverändert: Der Brandschutt liegt im Altarraum und die Tannenbäume stehen geschmückt in einer Ecke. Die SZ hat in einem Gespräch mit den Verantwortlichen der Pfarrgemeinde und dem Kirchbauförderverein jetzt nachgehakt und wollte wissen, wie es mit der Sanierung vorangeht.

Manfred Woll, dem Vorsitzenden des Kirchbaufördervereins, liegt jetzt die von Gutachtern und Versicherungen ermittelte Schadensbilanz vor. Sie weist eine Schadenssumme von etwa 600 000 Euro aus. "Erst jetzt, nachdem alle Gutachten gemacht sind und die Angebote vorliegen, können wir mit der Sanierung und den notwendigen Renovierungsarbeiten beginnen", erklärt er die zeitliche Verzögerung.

Ein Teil der Schäden wird von den Versicherungen gedeckt, den zweiten Teil, etwa 300 000 Euro, wird das Bistum Trier tragen. "Was darüber hinaus geht, muss die Kirchengemeinde aufbringen", erklärt der Schatzmeister des Vereins und Pfarrsekretär, Martin Gerber. Keine leichte Aufgabe bei der angespannten Finanzlage der Kirchengemeinde.

Am Beispiel der wertvollen Kirchenbänke, sie wurden im Jahr 1898 gefertigt, erklärt Woll, wie es zu den Deckungslücken bei der Sanierung kommt. Demnach übernimmt die Versicherung nur die Kosten für die Reinigung und die anschließende Ozonbehandlung der Bänke. Die aufwendige Ozonbehandlung ist notwendig, um den Brandgeruch aus der Tiefe des Holzes zu entfernen. Für die Aufarbeitung der Bänke und die Verlängerung der Sitzflächen muss der Kirchbauförderverein aufkommen.

Allein die Reinigung der Schimmelbachorgel, die dazu ausgebaut werden muss, kostet etwa 50 000 Euro. In dieser Größenordnung liegen auch die Kosten für das Gerüst, das im Kircheninnenraum aufgebaut werden muss, um die Decken und Wände zu reinigen und neu zu streichen. "Was mit den Fenstern passiert, können wir erst sagen, wenn wir von innen an die Bleifassungen rankommen", sagt Woll im Hinblick auf die vielen Unbekannten, die die Kosten für die Sanierung noch in die Hohe treiben können.

Alle drei Herren der Gesprächsrunde sind sich einig: "Ohne Spenden können wir diese Aufgabe nicht schaffen." Schriftführer Guido Lemier vom Kirchbauförderverein legt ein Faltblatt mit einem Aufruf vor, in dem um Spenden zur Kirchensanierung geworben wird. Geplant sind in diesem Jahr Benefizveranstaltungen wie beispielsweise ein Sommerfest und ein Kirchenkonzert. Nach derzeitigen Planungen soll die Sanierung etwa ein halbes Jahr dauern. "Wir wären glücklich, wenn wir die Christmette wieder in unserer Kirche feiern könnten", sagt Martin Gärber abschließend. ard

"Ohne Spenden können wir diese Aufgabe nicht schaffen."

Guido Lemier,

Kirchbauförderverein

Auf einen Blick

Wer mit einer Spende die Sanierung der katholischen Pfarrkirche Maria Geburt unterstützen möchte, kann für zwei Euro Monatsbeitrag Mitglied im Kirchbauförderverein werden.

Einzelspender können ihre Spende auf das Konto des Vereins, bei der Sparkasse Neunkirchen (Konto 500 18361) oder bei der Bank 1 Saar (Konto 123 123 000) einzahlen. Auskunft erteilt der Vorsitzende Manfred Woll (0 68 24) 33 10 oder das Gemeindebüro (0 68 24) 24 12. ard

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