"Deutschland wird gewinnen!"

Wellesweiler. "Wir wetten auf jeden Fall", versichern die Fußballmädels des SSV Wellesweiler. "Aber nicht um Geld", fügen sie hinzu. Grund zum Glücksspiel gibt es allemal, schließlich startet am an diesem Sonntag die Frauenfußballweltmeisterschaft in Deutschland

Wellesweiler. "Wir wetten auf jeden Fall", versichern die Fußballmädels des SSV Wellesweiler. "Aber nicht um Geld", fügen sie hinzu. Grund zum Glücksspiel gibt es allemal, schließlich startet am an diesem Sonntag die Frauenfußballweltmeisterschaft in Deutschland. Ungeachtet mieser Wettquoten steht der Sieger für die acht Mädchen zwischen 13 und 15 Jahren bereits fest: "Deutschland wird gewinnen!", proklamieren sie einhellig."Oder vielleicht Holland", ergänzt die 14-jährige Isabelle, die seit fünf Jahren im Verein Fußball spielt. Sie habe zuvor schon immer mit ihren Eltern Fußball gespielt und dadurch Lust dazu bekommen, im Verein weiterzumachen. Sie möge vor allem das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der Mannschaft, erzählt sie weiter.

Das bestätigt auch Helena, die später mal zu den Profis möchte. Diesen Sprung bereits geschafft hat Denise Fleischmann, die in der U15-Auswahl der Nationalmannschaft spielt. Aber auch für die restliche Truppe läuft es gut. Erst letztes Jahr ist die Mannschaft in die Verbandsliga aufgestiegen.

Dort haben die Mädchen der B-Jugend acht Spiele absolviert. Gespielt wird dabei mit sieben Spielerinnen auf einem Kleinfeld. "Bei der Kraft und Dynamik muss man ein paar Abstriche machen", erläutert Trainer Oliver Rinder den Unterschied zum Jungenfußball. "Die Technik ist aber fast gleich", ergänzt er. Rinder trainiert seit fünf Jahren die Wellesweiler Mädchen. Zuerst war das nur als Übergangslösung gedacht, dann fand er aber Spaß daran. "Obwohl ich erst Vorbehalte hatte", gibt Rinder zu. Die konnte er aber mittlerweile ausräumen und setzt sich nun mit ganzer Kraft für die Mädchen ein.

Schließlich faszinierten ihn die Fortschritte, die man bei ihnen beobachten kann. "Mädchenfußball darf man nicht degradieren", sagt Rinder. "Viele Vereine haben noch nicht bemerkt, wie viel im Frauenfußball bewegt werden kann." Das gelte jedoch nicht für alle Gegenden. In Saarlouis oder Homburg etwa seien die Vereine besser aufgestellt. "Aber im Kreis Neunkirchen ist es einfach schwer, Nachwuchs zu finden. Keine Ahnung, warum", beteuert Rinder. Er hoffe aber, durch beständige Suche Nachwuchstalente für Wellesweiler zu gewinnen, unter anderem durch die Anwerbung in Schulen. Vorurteile gebe es dort nur noch selten, sagt Isabelle: "Die meisten sind eher begeistert und finden es cool."

Und was ist zur WM geplant? "Wir werden uns ein paar Spiele gemeinsam ansehen", antwortet die 13-jährige Jasmin. Am meisten freuen sich die Mädchen dabei auf die Superstars der Nationalmannschaft, Stürmerin Birgit Prinz und Torwärtin Nadine Angerer.

"Mädchen-

Fußball darf man nicht degradieren."

Trainer

 Die Wellesweiler Mädels (oben) sehen das deutsche Team um Nadine Angerer, Silvia Neid und Birgit Prinz (unten v.l.) wieder als Weltmeister. Fotos: Willi Hiegel/dpa

Die Wellesweiler Mädels (oben) sehen das deutsche Team um Nadine Angerer, Silvia Neid und Birgit Prinz (unten v.l.) wieder als Weltmeister. Fotos: Willi Hiegel/dpa

Oliver Rinder

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