Deutsches Zeitungsmuseum in Wadgassen zeigt Schau zur Mondlandung

Deutsches Zeitungsmuseum Wadgassen : Zur Mondfinsternis in die Dunkelkammer

50 Jahre Mondlandung – das ist dem Wadgasser Zeitungsmuseum eine Ausstellung wert, bei der vor allem die jungen Besucher nicht nur gucken, sondern auch mitmachen können.

„Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit.“ Das waren die Worte von Neil Armstrong, als er am 21. Juli 1969 den ersten Schritt auf den Mond wagte. Bereits ein halbes Jahrhundert ist es nun her, dass der Astronaut als erster Mensch auf dem Mond bekannt wurde. Weltweit verfolgten mehr als 500 Millionen Zuschauer gespannt das Geschehen an ihren Fernsehgeräten. Die Zeitungen und Zeitschriften brachten Extrablätter heraus, die sich noch heute als Sammlerausgaben großer Beliebtheit erfreuen. „Das Thema zieht die Leute an, der Mond fasziniert die Menschen“, sagt Roger Münch, der Direktor des Zeitungsmuseums in Wadgassen.

Und das auch heute noch. Deshalb zeigt  das Deutsche Zeitungsmuseum in Wadgassen seit Samstag eine umfangreiche Sonderausstellung zum 50. Jubiläum dieses historischen Ereignisses, die insbesondere jungen Museumsbesuchern Wissenswertes über den Mond und die Mondlandung vermitteln soll. Diese „Mitmachausstellung“ ist für Kinder ab dem Kindergarten geeignet, das Konzept soll aber auch neugierige Jugendliche und Erwachsene ansprechen.

Eine lebensgroße Astronautenfigur empfängt die  Besucher gleich zu Anfang der Schau mit ihren  vier Stationen. Zum Eröffnungswochende gab es zudem ein umfangreiches Begleitprogramm. Dazu gehörte zum Beispiel die Astro-Show von Sternen-Experte und Autor Joachim Lerch, bei der er die Zuschauer direkt im Eingangsbereich zu einer Marsexpedition mitnahm. Er hat es dem Museum zudem ermöglicht, einige originale Exponate aus seiner eigenen Sammlung in der Ausstellung zu zeigen. Zu den Leihgaben gehören unter anderem ein russischer Stratosphären-Helm und eine Plakette aus Stahl mit den Unterschriften der Apollo 17-Astronauten. Neben zahlreichen Exponaten zur ersten bemannten Mondlandung der Nasa  werden auch Kunstwerke, Comics, Kinoplakate und natürlich originale Zeitungsartikel aus dem Jahr 1969 gezeigt. Die Ausstellung ist in vier Stationen gegliedert, die ersten drei sowie die Ausstellungsräume selbst befinden sich im Südflügel, verteilt auf zwei Etagen, die letzte Station im Nordflügel des Museums.

Bei der ersten Station wird man kurz und knapp in die „Faszination Mond“ eingeführt. Anschließend lernen die Besucher eine Menge zu verschiedenen Themen rund um den Erdtrabanten. In einer Dunkelkammer wird die Mondfinsternis nachgestellt und kindgerecht erklärt. Im nächsten Raum wurde das Planetensystem maßstabsgetreu nachgebildet, um den jungen Forschern und Entdeckern die enormen Größenunterschiede unserer Planeten zu verdeutlichen.

Danach folgt eine „lunare Reise durch Zeit und Raum“, bei der vor allem die Erwachsenen so manche Ausstellungsstücke aus ihrer Kindheit und Jugend womöglich wiedererkennen werden – zum Beispiel  Comics von Tim und Struppi im Weltall oder etwa alte Filmplakate von Peterchens Mondfahrt. Die Science-Fiction-Groschenheft-Figur Perry Rhodan darf natürlich auch nicht fehlen. Während die Eltern also in ihren Kindheitserinnerungen schwelgen, können die Kinder eine nachgebaute Raumkapsel von innen bestaunen. Für Erwachsene wird zudem ein Rundgang angeboten, bei dem vor allem Exponate aus der Kunst gezeigt werden, die veranschaulichen, wie intensiv sich die Menschen über Jahrhunderte hinweg mit dem Mond beschäftigt haben. Für diesen Teil der Ausstellung wurde die Himmelsscheibe von Nebra nachgebaut. Das Original  stammt aus dem Jahr 1600 v. Chr. und ist die älteste bisher bekannte, konkrete Himmelsdarstellung.

Im so genannten „Space-Lab“, der letzten Station, geht es vor allem um das Mitmachen und Hand­anlegen der Kinder. „Hands on!“ nennt sich daher das pädagogische Konzept, das ihnen durch Anfassen und Ausprobieren Zusammenhänge und Lerninhalte besser vermitteln soll. Anhand einer Luftballon-Strohhalm-Rakete, die von den jungen Forschern selbst gebaut werden kann, wird beispielsweise der Antrieb von Raketen erklärt. Die Planetenbahnen, auf denen die Planeten in Ellipsen um die Sonne ziehen, werden kindgerecht mit Hilfe einer Kugel und einer Kugelbahn erklärt. So erfahren die Kinder bei den verschiedenen Experimentier-Stationen ganz spielerisch naturwissenschaftliche Zusammenhänge. Vor allem das „Space-Lab“ ist ein großer Spaß für die Kinder, die dort nicht nur allerhand über das Planetensystem lernen, sondern auch die ein oder andere Brause-Rakete steigen lassen dürfen. Die Erwachsenen kommen aber ebenfalls auf ihre Kosten.  Und mitspielen dürfen sie auch.

So titelte die Bild-Zeitung am 21. Juli 1969. Foto: Deutsches Zeitungsmuseum/DZM
Buchcover von Jules Vernes „Die Reise um den Mond“. Foto: Deutsches Zeitungsmuseum/DZM
Mäuse im Weltall: Der Comic „Mickys Mondfahrt“. Foto: Deutsches Zeitungsmuseum

Die Schau „Faszination Mond“ läuft bis 20. Juni 2020. geöffnet Dienstag bis Sonntag 10 bis 16 Uhr. Deutsches Zeitungsmuseum, Am Abteihof 1, in Wadgassen.