1. Saarland

Details verlocken zum Spazierengehen im Bild

Details verlocken zum Spazierengehen im Bild

Motive, Techniken, Farben, Formate – die Bilder von Malerin Sabine Eisenbrand sind ausdruck ihrer unglaublichen Gestaltungsfreude. Sich in eine Richtung oder auf eine Technik zu beschränken, das liegt der gebürtigen Saarländerin fern. Eine Auswahl ihrer Arbeiten ist bis 19. Dezember im Leibniz-Zentrum für Informatik Schloss Dagstuhl zu sehen.

Zwar lebt Sabine Eisenbrand seit 2005 in Varel, doch die Ausstellung war ein guter Anlass für einen Besuch im Saarland. Gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Direktor des Leibniz-Zentrums, Professor Reinhard Wilhelm, eröffnete Sabine Eisenbrand vor wenigen Tagen die Ausstellung "Sprünge" in Dagstuhl. Wer die Malerin live erlebt, der weiß sofort, woher der Titel kommt. Sie strahlt Lebensfreude und Kreativität aus, und zeigt, dass man sie in kein Schema pressen kann. Es entstand während der Einführung schnell ein angeregtes Gespräch, in dem die Saarländerin verriet, was sie bewegt und wie ihre Bilder entstehen.

"Ich habe vor der Gestaltung eines Bildes kein Konzept, wie es aussehen soll. Ich fange einfach an, meist mit vier bis fünf Arbeiten parallel. Das Motiv entsteht erst während des Malens", erklärte Eisenbrand. Was dann dort auf der Leinwand wächst, ist bestimmt von Stimmungen, von der Umgebung oder auch von den Hörbüchern, die im Atelier im Hintergrund laufen. Am Anfang werfe sie intuitiv etwas auf die Leinwand, dann ergebe sich ein Prozess ähnlich eines Gesprächs. "Was am Ende auf der Leinwand zu sehen ist, erinnert mich natürlich an etwas, an Landschaften, Gebäude oder natürliche Elemente. Aber das ist nie von Anfang an geplant", verriet Sabine Eisenbrand. Bauspachtel, Spachtel aus Marmorpuder, Sand, Splitter, Äste, Schräubchen, Steine oder Haarnadeln - nichts ist vor der kreativen Nutzung sicher. In vielen dünnen Schichten entstehen ihre aufwendigen Bilder. Auf die Frage, wann ein Bild denn fertig sei, antwortete die Malerin klar mit: "Wenn es mir gefällt." Sie lässt sich nicht von außen oder anderen Meinungen beeinflussen. Sie unterwirft sich keinen Zwängen, sondern arbeitet, wann immer es geht. In jeder Stimmung und zu jeder Tageszeit. Dabei wirke die Kunst ausgleichend, sie komme entweder runter oder es ziehe sie hoch, je nachdem. Inspirationen findet Eisenbrand unter anderem beim morgendlichen Spaziergang mit dem Familienhund. "Ich suche immer wieder neue Wege und finde so immer wieder schöne, neue Kleinigkeiten in der Natur, die mich inspirieren", erklärt die Malerin.

Die Bilder von Sabine Eisenbrand sind gegenständlich bis abstrakt, in allen denkbaren Farben und durch viele Details spannend zu betrachten. Gefragt nach dem Anreiz, nach der Faszination an ihrer Arbeit, antwortete sie mit einem Zitat von Karl Valentin: "Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit." Es sei immer wieder eine wunderbare, spannende Aufgabe, aber man dürfe die Arbeit, die dahinter steckt, wirklich nicht klein reden. Für ihre Passion verzichtet Sabine Eisenbrand sehr oft auf ihren Schlaf. Denn mit Familie bleibt tagsüber eher wenig Zeit. Aber wann immer es möglich ist, lässt sie Kochlöffel und Putztuch fallen und stürzt sich in die kreativen Prozesse auf der Leinwand.

Die Ausstellung "Sprünge" läuft noch bis Donnerstag, 19. Dezember, im Leibniz-Zentrum für Informatik Schloss Dagstuhl. Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag, 8 bis 16 Uhr; Freitag, 8 bis 13 Uhr, Anmeldung unter Telefon (0 68 71) 90 50.

www.dagstuhl.de/Kunst