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Der Zusammenhalt ist das große Plus in Niederbexbach

Der Zusammenhalt ist das große Plus in Niederbexbach

Beim großen SZ-Fotowettbewerb „Unser Ort hat viele Gesichter“ sorgten 200, in Worten zweihundert, Niederbexbacher dafür, dass der zweitkleinste Bexbacher Stadtteil ab jetzt wohl auch ganz offiziell zu den ganz Großen am Höcherberg gehört. Und es war eine bunte Feiergemeinde, die sich da auf dem Dorfplatz versammelt hatte.

Straußbuwe und Straußmäde, eine Junggesellen-Abschieds-Truppe - vor allem an jungen Niederbexbachern mangelte es an diesem Tag nun wirklich nicht.

Rund um den Fototermin hatte Ortsvorsteher Arnulf Fricker gleich noch eine Getränkestand und Biertische aufstellen lassen und machte so klar: In Niederbexbach feiert man die Feste wie sie fallen. Apropos Arnulf Fricker: Der zeigte sich angesichts der beeindruckenden Resonanz seiner Bürger bestens gelaunt. Und das war wahrlich kein Wunder, hatte er doch statistisch gesehen mehr als 16 Prozent der Einwohner des Dorfes dazu motivieren können, sich vor die Kamera zu stellen. "Das freut mich natürlich sehr, dass so viele dem Aufruf gefolgt sind. Und ich möchte mich natürlich bei all denen bedanken, die sich heute hier für Niederbexbach engagieren", sagte der Ortsvorsteher.

Doch am großen Erfolg hatte Fricker selbst auch Anteil, hatte er doch den Termin unserer Zeitung dazu genutzt, gleich noch 300 Lose für eine Tombola am Tag des Maibaumsetzens am 30. April mitzubringen und unter den Niederbexbachern zu verteilen. Angesprochen darauf, warum in Bexbach gerade so viele junge Leute den Weg vor die Kamera gefunden hätten, sagte Fricker: "Ich pflege einen guten Kontakt zu den jüngeren Niederbexbachern. Ich unternehme viel mit ihnen. Und natürlich kommt auch zum Tragen, dass ich selbst zwei Söhne habe."

Angesichts des großen Erfolges war die Antwort auf die Frage, was in Niederbexbach für Fricker perfekt läuft, eigentlich schon vorherzusehen. "Unser Zusammenhalt, die Integration der einzelnen Vereine ins Dorfleben." Das habe nicht zuletzt die 700-Jahr-Feier im Jahr 2010 verdeutlicht. "Das war damals gigantisch." Selbstverständlich sei aber auch in Niederbexbach, abseits des funktionierenden Dorflebens, nicht alles eitel Sonnenschein. Arnulf Fricker: "Wir haben natürlich auch unsere Wünsche für die Weiterentwicklung des Dorfes. Darunter sind aber natürlich auch solche, die aufgrund der finanziellen Situation Bexbachs nicht zu realisieren sind." So würde er sich über eine neue Bestuhlung der Bliestalhalle freuen, "die sind schon sehr verbraucht. Und ich würde mir gerne noch das eine oder andere für den Dorfplatz wünschen." Hier sei man inzwischen schon selbst aktiv geworden, mit Mitteln aus dem Gewinn aus der 700-Jahr-Feier habe man einen weiteren Stromkasten beantragt, "für die Dorfgemeinschaft". Und noch einen sehr konkreten Wunsch hat Fricker für seinen Dorfplatz: "Wir möchten diesen Bereich gerne noch mit weiteren Tischen und Bänken aufwerten."

Und was soll die Zukunft bringen? "Wir wollen in absehbarer Zeit im Bauernwald ein Projekt angehen. Da hätte ich gerne, dass wir mit der Dorfjugend gemeinsam die so genannte Gänse-Tränke wieder herrichten." Damit es richtig gut wird, will sich Fricker bei diesem Projekt dann auch von kompetenten Menschen aus dem Bereich des Naturschutzes beraten lassen.

Mit dem großen Erfolg beim SZ-Fotowettbewerb "Unser Ort hat viele Gesichter", hat Niederbexbach der eigenen Geschichte ein schönes Kapitel hinzugefügt. Von eben denen gibt es schon einige in der wechselvollen Vergangenheit des Dorfes, von der gesichert erstmaligen Erwähnung im Jahr 1310 über die völlige Vernichtung im Dreißigjährigen Krieg bis hin zum Wiederaufstieg in den Jahren danach, der langen Zugehörigkeit zum Amt Limbach und der Gebiets- und Verwaltungsreform im Jahr 1974, die aus Niederbexbach einen Teil der Stadt Bexbach machte - und zwar einen, der mit Recht auf sich stolz sein kann.

Zum Thema:

Auf einen BlickDas Gruppenfoto der SZ-Aktion "Unser Ort hat viele Gesichter" gibt es im Internet zum Herunterladen unter www.sztipp.de/dorffoto, Preis: 99 Cent.Abzüge können Sie nur schriftlich bestellen: Saarbrücker Zeitung, Saarbrücker Straße 13, 66424 Homburg, E-Mail: redhom@sz-sb.de (Preis: ein Euro). red