1. Saarland

"Der Zeitpunkt für einen Generationswechsel ist gekommen"

"Der Zeitpunkt für einen Generationswechsel ist gekommen"

Körprich. Der Körpricher Ortsvorsteher Manfred Müller (SPD) hat sein Amt niedergelegt. Müller war zehn Jahre Ortsvorsteher in dem heute 2038 Einwohner zählenden Ort an der Prims. "Der Zeitpunkt für einen Generationswechsel ist gekommen", begründete Müller auf Anfrage der SZ seine Entscheidung, vom Amt des Ortsvorstehers zurückzutreten

Körprich. Der Körpricher Ortsvorsteher Manfred Müller (SPD) hat sein Amt niedergelegt. Müller war zehn Jahre Ortsvorsteher in dem heute 2038 Einwohner zählenden Ort an der Prims. "Der Zeitpunkt für einen Generationswechsel ist gekommen", begründete Müller auf Anfrage der SZ seine Entscheidung, vom Amt des Ortsvorstehers zurückzutreten. "Für uns kam der Rücktritt von Ortsvorsteher Müller während der laufenden Wahlperiode nicht überraschend", gab Josef Reichert, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Körprich, auf Nachfrage der SZ zu verstehen.Der Rücktritt des Sozialdemokraten Müller,d er gerade erst vor zwei Jahren erneut ins Amt gewählt wurde, erfordert eine Neuwahl des Ortsvorstehers im Körpricher Ortsrat. Dort ist die SPD mit sechs Sitzen, CDU mit vier und die FDP mit einem Sitz vertreten. Die Neuwahl wird voraussichtlich Ende dieses Monats stattfinden. Derzeit werden die Amtsgeschäfte des Ortsvorstehers von Müllers Parteikollegen Christian Weber wahrgenommen. Der 45-jährige Zerspanungsmechaniker ist stellvertretender Ortsvorsteher.

Weber hat bereits signalisiert, als Kandidat der SPD für die Neuwahl des Ortsvorstehers zu kandidieren. Über das Abstimmungsverhalten der CDU bei der Neuwahl des Ortsvorstehers wollte sich deren Vorsitzender Reichert noch nicht äußern.

Viel investiert

Während der Amtszeit von Ortsvorsteher Müller wurde in Körprich viel investiert. So erhielt beispielsweise der Körpricher Sportverein neue Kabinen und in deren Obergeschoss wurde ein Jugendtreff eingerichtet. Zudem konnten im Wohngebiet am Homrich annähernd 50 neue Baustellen erschlossen werden.

Nach Einstellung des Kohlebergbaues im Jahr 2008 brachte ein Dorfentwicklungskonzept neuen Schub in den Ort. Die Initiative für dieses Bürgerprojekt, das von allen Parteien im Ort unterstützt wird, ging laut Aussage Müllers von ihm selbst aus. Auch die geplante Einrichtung einer Kindertagesstätte in der Michaelsschule sowie das Dorfverschönerungsprojekt "Dorfmitte Körprich" hat Ortsvorsteher Müller stets aktiv unterstützt und begleitet.

Müller, der das Amt des Ortsvorstehers in Körprich 2001 nach dem plötzlichen Tod von Heinrich Eisenbarth (SPD) übernommen hatte, war ein beliebter und volksnaher Lokalpolitiker. Dies dürfte sicherlich einer der Gründe gewesen sein, warum die Körpricher SPD in den letzten beiden Ortsratswahlen immerhin mehr als 57 Prozent der Stimmen auf sich verbuchen konnte.