1. Saarland

Der Traum von einem Brunnen

Der Traum von einem Brunnen

Berschweiler. Seit über elf Jahren engagiert sich die Berschweiler Agenda-Arbeitsgruppe Dorf und Landschaft für ihre Heimat. In dieser Zeit haben die Mitglieder allerhand bewerkstelligt. Und an ein Ende denken die aktuell zwölf Mitglieder noch lange nicht

Berschweiler. Seit über elf Jahren engagiert sich die Berschweiler Agenda-Arbeitsgruppe Dorf und Landschaft für ihre Heimat. In dieser Zeit haben die Mitglieder allerhand bewerkstelligt. Und an ein Ende denken die aktuell zwölf Mitglieder noch lange nicht.Entwickelt hat sich die Gruppe aus der Lokalen Agenda 21, einem bundesweiten Programm, das in den Kommunen für ein nachhaltiges, umweltschonendes Denken sorgen soll. Die Gruppe will mit ihrer Arbeit das Dorfleben bereichern und die Gemeinschaft fördern. Dazu wurden viele Projekte gestartet. Eine Auswahl: Wanderwege wurden gezeichnet, Bänke aufgestellt und gepflegt, Blumen am Wegesrand gepflanzt, der Uhlplatz an der Festwiese angelegt. Seniorengerechte Ausflüge und Feiern gehören ebenso dazu.

Ein besonderer Höhepunkt ist das jährlich stattfindende Laxemkochen. Herbert Guthörl, Leiter der Gruppe, erklärt, was es damit auf sich hat: "Im Herbst, wenn Birnen und Zwetschgen reif sind, machen wir aus den Früchten Marmelade. Dazu werden schon früh morgens um fünf Uhr große Kessel aufgestellt und das Feuer entfacht. Mitten im Ort, vor dem Dorfkrug." Die fertige Marmelade wird dann in Gläser gefüllt und an die Teilnehmer verkauft.

Blumenbeete anlegen

Am Picobello-Tag, dieses Jahr am 2. und 3. März, beteiligten sie sich auch. Laut Guthörl planen die Mitglieder auch, am Ortseingang Blumenbeete anzulegen. Außerdem haben sie vor Kurzem die Patenschaft für den Bieberpfad in Marpingen übernommen. Hier sorgen sie für Sauberkeit und führen kleinere Reparaturen durch.

Einen Traum hat Guthörl. Er möchte einen Brunnen im Dorf aufstellen.

Die Agenda-Gruppe hat rausgefunden, dass in der Dorfmitte mal ein Haus mit Brunnen gestanden hat. Es wurde abgerissen. Bis in die sechziger Jahre stand an dieser Stelle ein Kriegerehrenmal, das später auf dem Friedhof aufgestellt wurde.

Die Fläche liegt brach, daher das Anliegen Guthörls, das Gesamtbild des Dorfes mit einem Brunnen attraktiver zu gestalten. 2011 wurde ein Wünschelrutengänger beauftragt, die Quelle zu suchen.

Und er wurde fündig. Eine Probebohrung zeigte, dass in neun Metern Tiefe sich tatsächlich eine Quelle befindet. Jedoch hat die Sache einen Haken: Der Gemeinde fehlt das Geld für einen Brunnen. Ortsvorsteher Edwin Wagner: "Die Idee mit dem Brunnen wurde in den Dorfsanierungsplan aufgenommen. Die Gesamtkosten würden sich auf etwa 30 000 Euro belaufen. Diese Summe kann die Gemeinde momentan nicht bereitstellen."

Der Traum von einem Brunnen
 Die Berschweiler Agenda-Arbeitsgruppe arbeitet unter anderem auch am Biberpfad.
Die Berschweiler Agenda-Arbeitsgruppe arbeitet unter anderem auch am Biberpfad.

Allerdings versichert Wagner: "Der Plan mit dem Brunnen wurde verschoben, jedoch nicht vergessen."