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Der Schnee im Sommer-Urlaub soll eine Ausnahme bleiben

Der Schnee im Sommer-Urlaub soll eine Ausnahme bleiben

Wellesweiler. Bärbel Sommer mag ihren Nachnamen. Schon deshalb, weil die Schreibweise so einfach zu erklären ist: "Ich sage dann immer: Sommer wie Winter. Das kann sogar jeder Erstklässer schreiben", berichtet sie im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung

Wellesweiler. Bärbel Sommer mag ihren Nachnamen. Schon deshalb, weil die Schreibweise so einfach zu erklären ist: "Ich sage dann immer: Sommer wie Winter. Das kann sogar jeder Erstklässer schreiben", berichtet sie im Gespräch mit der Saarbrücker Zeitung.Auch mit gelegentlichen Scherzen über ihren Namen geht die Krankenschwester aus Wellesweiler resolut um: "Manchmal fragen die Leute: Warum bringst Du kein gutes Wetter mit? Aber das ist ja nix Negatives", sagt sie.

Einmal jedoch hatte sie Grund, sich die Wetterfrage selbst zu stellen. Vor sechs Jahren nämlich verbrachte die 46-Jährige ihren Sommerurlaub mit ihrer Familie in Zauchensee in den Österreichischen Alpen. "Wir wollten dort einen Aktivurlaub verbringen", erzählt sie und berichtet, wie sich ihre Tochter für einen Surfkurs anmeldete. "In der Woche war das Wetter auch noch okay, nur etwas kühl", sagt Frau Sommer. Während die Kinder auszogen, um Tischtennis zu spielen und Rad zu fahren, ertüchtigten sich die Erwachsenen beim Nordic Walking.

Doch dann zog ein Kältetief über den Ort. Und so überraschte ihr Mann sie mit einer ungewöhnlichen Nachricht, als sie am nächsten Morgen aufwachte. "Do owwe leid Schnee", sagte er, während er auf einen Berghügel vor ihrem Hotel zeigte. "Jo jo, morje backe mir", habe Bärbel Sommer ungläubig erwidert, dann aber mit einem Blick aus dem Fenster die weiße Pracht selbst entdeckt. "Also haben wir unsere Sommersachen übereinander gezogen und sind kurz später mit dem Sessellift nach oben gefahren", erzählt die Wellesweilerin. Dort habe die Familie kleine Schneemänner gebaut. Auch für Sohn Stefan eine ganz besondere Erfahrung, der damals erst fünf Jahre alt gewesen sei und Schnee kaum kannte.

Tochter Sandra zog derweil im Tal ihren Surfkurs durch - bei drei Grad Wassertemperatur. "Aber sie war schon immer hart im Nehmen", lacht Bärbel Sommer. Dieses Erlebnis habe die Familie trotzdem geprägt: "Seitdem bleiben wir im Sommer lieber zu Hause. Auch wenn es mal regnet, sind wir hier wenigstens sicher vor Schnee."