"Der Reiz liegt im Adrenalinschub"

"Der Reiz liegt im Adrenalinschub"

St. Wendel. Samuel Schirra bringt die Faszination des Kletterns auf den Punkt: "Es ist im wahrsten Sinne ein erhebendes Gefühl", schildert der 12-Jährige am Rande des ersten Rocklands-Cups, der letztes Wochenende im gleichnamigen Kletterzentrum St. Wendel ausgetragen wurde

St. Wendel. Samuel Schirra bringt die Faszination des Kletterns auf den Punkt: "Es ist im wahrsten Sinne ein erhebendes Gefühl", schildert der 12-Jährige am Rande des ersten Rocklands-Cups, der letztes Wochenende im gleichnamigen Kletterzentrum St. Wendel ausgetragen wurde. Im Oktober war die Sportstätte eröffnet worden, etwa genauso lange ist Samuel im Klettersport aktiv: "Vor einem Dreivierteljahr war ich bei einer Geburtstagsfeier in der Kletterhalle in Saarbrücken. Vorher habe ich geturnt, Klettern hat mir dann aber besser gefallen", erzählt er. Bis zu drei Mal die Woche übt er nun, und in der kurzen Zeit hat er sich gewaltig verbessert. "Der Junge klettert richtig stark", bestätigt auch Hallen-Stammgast und Cup-Teilnehmer Andrej Wiedmann (26).Nachdem Samuel freitags beim Kids-Cup in seiner Altersklasse gewonnen hatte, wagte er sich am Samstag im angeleiteten Klettern für Jedermann sogar an die abgesteckte Herrenroute auf der mehr als elf Meter hohen Wand. Und das, obwohl er eigentlich gar nicht die nötige Körpergröße dazu hat. Beim Versuch, einen entfernten Haltegriff im Sprung zu erreichen, rutscht Samuel dann auch ab. Der Applaus der vielen Klettersport-Anhänger in der Halle ist ihm dennoch sicher. Genau wie den Finalisten im Finale. Es galt, eine nur knapp unter dem Höchstschwierigkeitsgrad 10 angesetzte Route zu erklimmen. "Abgesehen von den Unebenheiten der Wand hängt der Schwierigkeitsgrad von Form und Größe der Haltegriffe ab und davon, wie weit sie auseinander liegen", erklärt Felix Brabänder, der in der Quali ausschied und so den Doppelsieg von Dominik Winkler, dem gemeinsam mit Jan Niklas besten saarländischen Kletterer, als Zuschauer verfolgen musste. Allgemein bescheinigt Brabänder dem Klettersport großes Suchtpotenzial: "Der Reiz liegt im Adrenalinschub. Man stößt an die körperlichen Grenzen. Die Mehrzahl derer, die damit anfangen, bleibt auch dabei. Seitdem es die neue Halle gibt, bin ich so drei bis vier Mal die Woche hier", verrät der 24-Jährige.

Jochen Kraushaar, Geschäftsführer der Rocklands GmbH, war mit der Starterzahl beim Wettbewerb-Debüt dennoch nicht ganz zufrieden: "Beim Kids-Cup waren es 30 Teilnehmer, bei den Wettkämpfen der B-Jugend bis hin zu den Damen und Herren 27 Kletterer. Da hätten wir uns doch etwas mehr erwartet." Dennoch soll die Veranstaltung von jetzt an jedes Jahr stattfinden und insgesamt erfreut sich das Hallenklettern ja auch immer größerer Beliebtheit: "Früher war praktisch jeder Felsenkletterer, mittlerweile bevorzugen viele sogar die Halle wegen der komfortableren Rahmenbedingungen", sagt Kraushaar. Die nächste größere Veranstaltung gibt es im Oktober. Dann findet in St. Wendel eine Kletternacht statt.

Auf einen Blick

Ergebnisse des 1. Kletter-Cup in St. Wendel:

Damen: 1. Lena Feind, 2. Tamara Warken, 3. Jana Bettinger

Jugend A und B: 1. Dominik Winkler, 2. Jan Niklas, 3. Maurice Brosette.

Herren: 1. Dominik Winkler, 1. Jan Niklas, 3. Daniel Roth. bene