Der neue "Hausmeister" im Urwald

Der neue "Hausmeister" im Urwald

Riegelsberg/Illingen. Sein Opa war Förster in Kirkel, die Eltern sind Jäger, er wuchs als "Naturbursche" auf, und so ist es nicht verwunderlich, dass Henning Schwartz in einen "grünen Beruf" strebte

Riegelsberg/Illingen. Sein Opa war Förster in Kirkel, die Eltern sind Jäger, er wuchs als "Naturbursche" auf, und so ist es nicht verwunderlich, dass Henning Schwartz in einen "grünen Beruf" strebte. Zu Beginn des Jahres ist der 34-Jährige aus Riegelsberg zum Ranger im "Urwald vor den Toren der Stadt" sowie weiteren Naturschutzgebieten im Regionalverband ernannt worden. Auch das Großschutzgebiet "Täler der Ill und Nebenbäche" betreut er mit.Ranger sind rechtskundige Naturwächter, die in geschützten Gebieten Umweltdelikte bekämpfen, ob illegale Müllbeseitigung, Verunreinigung durch Landwirtschaft oder Wilderei. Sie dürfen an Ort und Stelle Ordnungsgelder einfordern und Personalien feststellen. Sie leiten die Menschen durch die Natur, um das Bewusstsein für ihre Bedeutung zu schärfen. Früher, erklärt Schwartz, habe "der Naturschutz" versucht, die Leute aus der Natur fernzuhalten, heute führe man sie hinein. Henning Schwartz bezeichnet sich übrigens gern als "Hausmeister der Naturschutzgebiete". Er ist 24 Stunden in Bereitschaft, vor allem als Kontaktperson für Polizei und Umweltbehörden.

Der reguläre Arbeitstag dauert von 8 bis 16.30 Uhr. Alle paar Minuten klingeln Telefone, melden die Leute Vorkommnisse oder fragen nach Führungen. Schwartz und seine Mitarbeiterin, die Beaglehündin Zoe, sind immer auf dem Sprung, um zu Fuß oder mit dem Allradwagen nach den Dingen zu sehen. Das Arbeitsgebiet ist 3000 Hektar groß, der Dienstsitz befindet sich im alten Forsthaus Wolfsgarten in Riegelsberg. Die meisten Begegnungen in der Natur sind freundlich, hin und wieder guckt Schwartz aber auch "auf eine Eisenstange oder einen fletschenden Hund" - das gehöre aber dazu, sagt der körperlich robuste und angstfreie Ranger, der am liebsten auf Konfliktentschärfung durch Worte setzt. Er sieht seine Tätigkeit als "Kampf für eine Sache, die sich lohnt", ist aber lieber Vermittler als Überwacher.

Schwartz hat einen fast sieben Jahre währenden Ausbildungsweg zu seinem "Traumberuf" zurücklegen müssen: Er lernte Forstwirt, danach Natur- und Landschaftspfleger, wurde Jäger, Jagdaufseher, Fischer und Fischereiaufseher. Seit 2007 ist er hauptamtlich bei der Naturwacht Saarland. Deren Träger ist die Naturlandstiftung Saar. Finanziers sind vor allem das Umweltministerium und grüne Verbände. Schwartz ist einer von vier saarländischen Rangern. Sie haben ihre Stützpunkte in den großen Naturschutzgebieten. "Eigentlich müssten wir zwölf sein", wünscht sich der Riegelsberger, der in der Freizeit der Riegelsberger Feuerwehr dient.

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