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Der Nächste, bitte

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Theley. Erneutes Trainerchaos beim Verbandsligisten VfB Theley - und dieses Mal ist der Zeitpunkt unpassender denn je: Nur zehn Tage vor Saisonbeginn hat sich der Verein von seinem Trainer Jörg Alt getrennt. "Die Mannschaft war nicht mehr bereit, seine Trainingsmethoden zu akzeptieren", nannte der VfB-Vorsitzende Erich Müller als Hauptgrund für die Trennung

Theley. Erneutes Trainerchaos beim Verbandsligisten VfB Theley - und dieses Mal ist der Zeitpunkt unpassender denn je: Nur zehn Tage vor Saisonbeginn hat sich der Verein von seinem Trainer Jörg Alt getrennt. "Die Mannschaft war nicht mehr bereit, seine Trainingsmethoden zu akzeptieren", nannte der VfB-Vorsitzende Erich Müller als Hauptgrund für die Trennung.Gehör fand die Kritik der Mannschaft bei einigen Vorstandsmitgliedern, die die Meinung der Kicker untermauerten und den Trainer zum Abschuss freigaben. "Ich bin erschüttert und schockiert über die Vorgehensweise von Teilen der Mannschaft", sagte Alt gestern tief getroffen auf Nachfrage der Saarbrücker Zeitung. Die Entwicklung habe ihn völlig überrascht. "Es ist aber nicht mein Stil, mit einer Verbalgrätsche nun übel nachzutreten", so Alt zu den Vorwürfen. Sein Vertrag beim VfB läuft noch bis Juni 2013.

"Wenn Leistungsträger sagen, nicht mehr unter einem Trainer trainieren zu wollen, was bleibt dir da an Handhabe?", sagte VfB-Vereinschef Müller. Er suchte am Dienstagmittag das Gespräch mit Trainer Alt. "Wir haben sehr lange diskutiert, wobei die Ergebnisse der Vorbereitungsspiele für mich keine Rolle gespielt haben", betonte Müller. Beide Seiten hätten mit dem Gespräch einen Schlussstrich gezogen - und sich laut Müller in beiderseitigem Einvernehmen getrennt. "Mir ist das Ganze sehr an die Nieren gegangen - und tut mir in der Seele weh", sagte der Vorsitzende.

Ein Nachfolger für Alt steht momentan noch nicht fest. Am heutigen Freitagabend will der Vorsitzende beim VfB-Stammtisch im Sportlerheim deutliche Worte an die Mannschaft richten. Sie sei für ihn ein heikles Thema. "Ich fordere nun die Mannschaft auf, Charakter zu zeigen."

Fast identische Ansagen richteten Müller und Alt beim Trainingsauftakt am 2. Juli bereits an den neuen Spielerkader. "Ich bin froh, dass es uns gelungen ist, den Stamm der vorherigen Saison zu halten. Alle Neuzugänge habe ich gewollt", sagte Alt damals beim Aufgalopp zum versammelten Spielerkreis. Drei Wochen später ist er nun schon weg vom Fenster.

Alt übernahm den VfB in der Winterpause, nachdem sein Vorgänger Christian Weiland aus der SZ erfahren musste, dass sein Vertrag über die Spielzeit hinaus nicht verlängert wird. "Jörg hat sich damals sofort bereit erklärt, einzuspringen und sich rund um die Uhr mit dem VfB identifiziert", lobte Müller. Acht Punkte fuhr die Mannschaft unter Alts Regie in den Restspielen der Vorsaison ein. Aufgrund einer erheblichen Anzahl von Langzeitverletzten hatte der Trainer streckenweise nur eine Minitruppe zur Verfügung, die am Trainingsbetrieb teilnehmen konnte. Alt führte unzählige Gespräche, um den Kader personell zu verstärken. Sieben Neuzugänge, die teilweise schon einmal das Theleyer Trikot getragen hatten, zog er an Land. Sein Nachfolger greift mit der Mannschaft erst am zweiten Spieltag ins Geschehen der Verbandsliga ein. Das prestigeträchtige Lokalderby beim VfL Primstal ist verlegt worden und wird erst am Dienstag, 14. August, um 19 Uhr in Primstal angepfiffen.