Der Nachwuchs übt beim andeswettbewerb des Jugendrotkreuzes im Saarland

Nachwuchsarbeit : Junge Helfer trainieren für den Ernstfall

Beim diesjährigen Landeswettbewerb des Jugendrotkreuzes konnten Nachwuchslebensretter ihr Können unter Beweis stellen. Unter dem Motto „Wir und Menschlichkeit“ wurden dabei auch politische und soziale Fragen thematisiert.

Zwei Mädchen turnen auf dem Spielplatz hinter der Astrid-Lindgren-Schule im Saarwellinger Ortsteil Reisbach vergnügt und unbeschwert herum. Plötzlich kommt eins der Mädchen ins Straucheln, verliert das Gleichgewicht, greift nach irgendetwas, um den Sturz zu vermeiden, findet nur den Arm ihrer Freundin, beide stürzen in die Tiefe. Eine noch nicht klar zu diagnostizierende Kopfverletzung erleidet die eine, die andere einen offenen Unterschenkelbruch. Das war am Samstag ein Unfall-Szenario, das sich die Verantwortlichen des Landeswettbewerbs des Jugendrotkreuzes (JRK) ausgedacht hatten. Lina Ernst, Fabienne Scierski und Anika Victoria Blau erreichten die Unfallstelle als erste und leisteten Notfallhilfe.

Das sah schon ganz gut aus, so die erste Einschätzung der Wertungsrichter am Rande, die sich jeden Handgriff genau anschauten. Manchmal verrutschte zwar der Kopfverband unter den kleinen Händen der Nachwuchsretter, doch die Grundlagen funktionierten.

Der Jugendwettbewerb des DRK-Landesverbandes Saar hat ein sehr lange Tradition, „gefühlt seit 100 Jahren“, scherzte Marcel Schreiner, stellvertretender JRK-Landesleiter. Und, so Schreiner, „allmählich stoßen wir organisatorisch an unsere Grenzen.“ Aber zum Glück könne man sich immer auf die Unterstützung der ausrichtenden Ortsvereine, wie aktuell in Reisbach, verlassen. Die Reisbacher sorgten für die Verpflegung, die technische Infrastruktur und den Aufbau.

Die Anmeldungen zu den alljährlichen Vergleichswettbewerben stiegen kontinuierlich, 80 Jugendliche und junge Erwachsene zwischen sechs und 27 Jahren aus allen DRK-Ortsvereinen des Landes waren in diesem Jahr mit von der Partie. Das sei schon einigermaßen paradox, denn insgesamt stagniere die Zahl der Mitglieder, sagt Schreiner. Erklärbar sei dies nur durch die motivierende Arbeit der jeweiligen Jugendleiter.

Das Motto des Landeswettbewerbes lautete in diesem Jahr „Wir und Menschlichkeit“. An acht Stationen wurden vier verschiedene Themen bearbeitet: Erste Hilfe, die Kernkompetenz des DRK, die soziale Komponente, Sportliches und Spiele sowie Allgemeinwissen rund um das Rote Kreuz. Der thematische Schwerpunkt lag auf der Menschlichkeit. Diese Kampagne laufe bereits im dritten Jahr, so Schreiner. Es gehe darum, Forderungen an die Politik zu formulieren, soziale Probleme zu benennen. Die Jugendrotkreuzler beschäftigen sich im Rahmen der Aktion mit den Kinderrechten und der Frage, welche Rechte künftig zusätzlich gesetzlich verankert werden sollten.

Zum ersten Mal beim Landeswettbewerb dabei waren Jennifer Streitburger (14), Marvin Heidrich (14) und Simon Schreinig vom Christian von Mannlich-Gymnasium in Homburg. Die drei Jugendlichen sind seit mehr als zwei Jahren im Schulsanitätsdienst engagiert und zählen schon zu den erfahreneren Kräften. Ausgesprochen interessant und spannend empfanden die drei Gymnasiasten den Wettbewerb. Besonders hilfreich sei der informelle Erfahrungsaustausch mit anderen Jugendrotkreuzlern gewesen.

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