Der "Messias" kommt

Der "Messias" kommt

Dillingen. Während die Uraufführung 1742 in Dublin begeistert aufgenommen wurde, fand das Werk in England weniger Anklang. Es heißt, bei der Premiere in London hätten sich König Georg II

Dillingen. Während die Uraufführung 1742 in Dublin begeistert aufgenommen wurde, fand das Werk in England weniger Anklang. Es heißt, bei der Premiere in London hätten sich König Georg II. (aus Ergriffenheit) und das Publikum (aus Gehorsam) beim "Halleluja" - Höhepunkt jeder Aufführung - zwar erhoben, doch Kirchenkreise hätten das Oratorium wegen seiner "Opernhaftigkeit" abgetan. Händel hatte tatsächlich seine reiche Opernerfahrung in das Werk einfließen lassen. Anders als Bach schrieb Händel nicht für den Gottesdienst, sondern für den Konzertsaal.Der Messias zählt zu den populärsten Beispielen geistlicher Musik im christlichen Abendland. Händel beschreibt darin die Heilsgeschichte und greift im Oratorientext überwiegend auf das Alte Testament zurück, obwohl das Leben im Neuen Testament geschildert wird. Er setzte vier Solostimmen ein und einen Chor, der bis auf eine fünfstimmige Ausnahme vierstimmig singt.

Mächtige Worte der Verheißung, der tröstlichen Gewissheit leiten den ersten von drei Teilen ein, gehen Hand in Hand mit feierlichen Chorklängen und lieblichen Arien, bereiten auf das Kommen des Messias vor. In beseligten Klängen - jedes Stück ist weltberühmt - wird vom Segen der Heilsbotschaft berichtet. Der zweite Teil steht im Zeichen der Leidensgeschichte und Auferstehung. Wichtiger als der Passionsvorgang ist Händel die Heilsidee, die das Leiden verblassen lässt. So ändert sich mit der Auferstehung die Stimmung: Sopran und Bass leiten über zum berühmten Halleluja, das immer wieder tief beeindruckt.

Tod und Jüngstes Gericht stehen im Mittelpunkt des dritten Teils, in dem Mystisches und Geheimnisvolles aus der Offenbarung Johannis verarbeitet wurden. Die Erlöser-Arie teilt mit dem Halleluja den Ruhm der Unsterblichkeit. Glaube und Zuversicht sind die tragenden Säulen. Als Gegenpol deutet die mächtige Bassarie das Letzte Gericht an, bis Trompeten und Chor die Amen-Fuge einleiten. Der Madrigalchor Dillingen singt in deutscher Sprache.

Samstag, 24. November, 19.30 Uhr, im Saardom in Dillingen. Karten gibt es im Vorverkauf zu 18 (ermäßigt 16) Euro, an der Abendkasse zu 20 (ermäßigt 18) Euro, in der Dillinger Buchhandlung, Herrenstraße 22, sowie bei den Chormitgliedern.