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Der Kreistag wird den Landrat wählen

Der Kreistag wird den Landrat wählen

Saarpfalz-Kreis. Am Donnerstagabend ist die Bewerbungsfrist für eine mögliche Landratswahl im Saarpfalz-Kreis im bevorstehenden Herbst abgelaufen. Jetzt steht fest: Es gibt neben dem bisherigen Amtsinhaber Clemens Lindemann keinen weiteren Bewerber. Lindemann wird nun - wie im Vorfeld mit allen Kreistagsfraktionen abgesprochen - seine Kandidatur zurückziehen

Saarpfalz-Kreis. Am Donnerstagabend ist die Bewerbungsfrist für eine mögliche Landratswahl im Saarpfalz-Kreis im bevorstehenden Herbst abgelaufen. Jetzt steht fest: Es gibt neben dem bisherigen Amtsinhaber Clemens Lindemann keinen weiteren Bewerber. Lindemann wird nun - wie im Vorfeld mit allen Kreistagsfraktionen abgesprochen - seine Kandidatur zurückziehen. Damit macht er den Weg frei für den Kreistag, der dann ausnahmsweise selbst den künftigen Landrat wählen kann. Eine Direktwahl - mit den damit verbundenen Kosten - wird somit umgangen.Die Fraktionen der im Kreistag vertretenen Parteien hatten sich im Frühsommer geeinigt, keine eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken. Es war schnell entschieden, das der alte Landrat auch der neue sein wird (wir berichteten). Amtsinhaber Clemens Lindemann soll nach dem Willen aller für eine Übergangszeit von drei Jahren weiter die Geschicke des Saarpfalz-Kreises lenken. Da die Verwaltungschefs laut Gesetz üblicherweise direkt von den Bürgern gewählt werden müssen, hatte man sich als Wahltermin zunächst einmal auf den 23. Oktober geeinigt - einen Tag, an dem im gesamten Land ohnehin mehrere Wahlen anstehen. Doch dazu wird es nicht kommen. Nach einem Vierteljahrhundert wird es wieder einmal so sein, dass der nächste Landrat ausnahmsweise vom Kreistag gewählt wird. Bis Mitte September soll die Wahl vonstatten gegangen sein, heißt es auf Nachfrage bei der Kreisverwaltung.

Amtsinhaber Lindemann wäre ursprünglich noch bis Herbst 2012 gewählt. Der dann 64-Jährige könnte anschließend noch einmal antreten - für weitere drei Jahre und bis Abschluss seines 67. Lebensjahres. Spätestens dann müsste er in den Ruhestand treten. So sieht es das Gesetz vor. Bei dieser Lösung hätte der nächste Landrat dann 2015 in Urwahl von den Bürgern gewählt werden müssen. Das hätte zur Folge gehabt, dass die Wähler innerhalb kurzer Zeit drei Mal zur Urne hätten gehen mässen: 2012, 2014 (Kommunal- und Landtagswahl) sowie eben 2015. Drei Wahlen innerhalb drei Jahren wollte niemand. pn