1. Saarland

Der Jugend gehört die Zukunft

Der Jugend gehört die Zukunft

Steinberg-Deckenhardt. "Der Verein muss dafür sorgen, dass die Ausbildungsjahre für die Jugendlichen kurzweilig gestaltet werden. Es darf nicht langweilig sein. Das Kind und der Jugendliche müssen spüren, dass der Verein ihnen von Anfang an zur Seite steht

Steinberg-Deckenhardt. "Der Verein muss dafür sorgen, dass die Ausbildungsjahre für die Jugendlichen kurzweilig gestaltet werden. Es darf nicht langweilig sein. Das Kind und der Jugendliche müssen spüren, dass der Verein ihnen von Anfang an zur Seite steht." Der Vorsitzende des Musikvereins Steinberg-Deckenhardt, Franz-Josef Schlitter, der das sagte, hat seine Worte zusammen mit den Vorstandsmitgliedern schon seit Jahren zum Programm für den Verein gemacht. Er liegt damit auf der gleichen Linie mit seinem Vorgänger Gerd Schweig und den vielen anderen ehrenamtlich arbeitenden Mitgliedern, die sich seit Jahrzehnten um eine gute Musik bemühen und die vor allem der Ausbildung junger Menschen ein sehr aufmerksames Auge widmen.Nachwuchssorgen kennt der Musikverein Steinberg-Deckenhardt nicht. Das große Orchester hat zurzeit 56 Mitglieder, eine Zahl, die sich seit langer Zeit konstant hält. Im Schülerorchester musizieren derweil 21 Mädchen und Jungen zwischen sieben und 17 Jahren. Schon ab dem Kleinkindalter lautet das Motto in Steinberg-Deckenhardt "Musik, Musik und nur Musik." Im Musikgarten tummeln sich Kinder zwischen 18 Monaten und drei Jahren, in der Früherziehung die Kleinen zwischen drei und sechs Jahren. Beide Gruppen werden von der Musikpädagogin Sabine Massing betreut. Die musikalische Grundausbildung wird den Sechs- bis Neunjährigen durch Nina Cullmann zuteil. In diesem Bereich arbeitet der Musikverein ebenso wie bei der Ausbildung an den Instrumenten mit der Musikschule im Kreis St. Wendel zusammen. In den verschiedenen Gruppen lernen in der Regel zwischen drei und fünf Kinder. Der Einzelunterricht wird teils in der Musikschule, teils im Heim des Vereins, in der sogenannten Musikwerkstatt, erteilt.

"Unsere Jugendabteilung hat im Moment 96 Mitglieder", erzählte Franz-Josef Schlitter beim Besuch der SZ. "Viele Kinder bringen ein musikalisches Naturtalent mit. Andere müssen sehr viel arbeiten, um weiterzukommen. Wir fördern jeden, der zu uns kommt. Und alle lernen nach ihren Fähigkeiten." Die 143 Mitglieder im Förderverein helfen mit, die finanziellen Lasten zu tragen.

Apropos Musikwerkstatt. Im Jahre 2007 hat der Verein die ehemalige evangelische Kirche gekauft und darin die inzwischen weit und breit bekannte Musikwerkstatt eingerichtet. Es sind Räume, in den geprobt wird, in denen Einzel- und Gruppenunterricht erteilt und in die zu Konzerten eingeladen wird. Ab und zu werden in der Kirche immer noch Gottesdienste gefeiert. Die Evangelische Frauenhilfe trifft sich dort jede Woche. Einander in den Weg kommt sich dabei jedoch niemand.

Ein eigenes Haus zu haben bringt dem Musikverein viele Vorteile, aber auch große finanzielle Belastungen. Für die Sanierung des Daches hat er kürzlich 18 200 Euro aufbringen müssen. Nun stehen der Anbau eines Lagerraumes, die Neugestaltung des Eingangsbereiches und die Schaffung eines gesetzlich vorgeschriebenen Notausganges auf dem Programm. "Wir brauchen dafür 13 000 Euro", hat Schriftführer Bernd Nagel ausgerechnet. "Erstmals in der Vereinsgeschichte müssen wir dafür einen Kredit aufnehmen." Das allerdings ist nach der Meinung des Vorstandes gut investiertes Geld. Vor allem die vielen Jugendlichen profitieren davon. Und wer die Jugend hat, dem gehört bekanntlich auch die Zukunft.

Auf einen Blick

Zur Geschichte: Die ersten Bemühungen um die Gründung des Musikvereins gehen in das Jahr 1927 zurück. Eigentlicher Gründungstag war der 15. Januar 1928, Schauplatz das Gasthaus Gisch. Zwischen 1930 und 1952 war Ernst Klee Vorsitzender. Nach dem Krieg begann er zusammen mit Dirigent Nikolaus Schäfer einen Neuaufbau. Unter Berthold Scheer erlebte der Musikverein zwischen 1967 und 1972 deutliche Leistungssteigerungen. Die folgenden Jahre waren von einer intensiven Jugendarbeit geprägt. 1992 übernahm Hans Norbert Gerhart den Dirigentenstab. Bei den Wertungsspielen des Bundes Saarländischer Musikverein trat das Orchester 1999 erstmals in der Oberstufe an und belegte den ersten Platz.

Der Vorstand des Musikvereins Steinberg-Deckenhardt: Vorsitzender Franz-Josef Schlitter, Präsidiumsmitglieder Jürgen Bernhardt und Sven Gatzweiler, Schriftführer Bernd Nagel, Kassierer Wolfgang Schweig und Christian Bergeret, Beisitzer Hardy Rimpel und Pascal Braun, Dirigent Hans Norbert Gerhart. Jugendvorstand: Sven Gatzweiler als Vorsitzender, Antje Wack, Lisa Bergeret, Sarah Künzer, Verena Wagner, Matthias Gerhart.

Viele Kinder sind beim Musizieren konzentriert bei der Sache. Der Verein versucht, alle Mitglieder zu fördern.

Veranstaltungen: 1. April: Konzert des Schülerorchesters. 1. Mai: Maifest. 6. bis 8. Juli: Jugendfreizeit auf Burg Wilenstein bei Trippstadt/Pfalz. 14. August: Ehrungsparty. 27. Oktober: Konzert des großen Orchesters in der Oberthaler Bliestalhalle. gtr