Der Herr über 125 Bahnhöfe

Der Herr über 125 Bahnhöfe

Saarbrücken. Ein "Wanderer zwischen den Welten" leitet seit sieben Tagen den Saarbrücker Hauptbahnhof. So bezeichnet sich der neue Chef des Bahnhofs, Ulrich Demmer, selbst. Seit er 1977 in die Dienste der Deutschen Bahn AG trat, haben ihn 13 Jobs im Unternehmen durch ganz Deutschland geführt. Zum 1. Dezember hat der 54-Jährige nun die Nachfolge von Hartmut Fries angetreten

Saarbrücken. Ein "Wanderer zwischen den Welten" leitet seit sieben Tagen den Saarbrücker Hauptbahnhof. So bezeichnet sich der neue Chef des Bahnhofs, Ulrich Demmer, selbst. Seit er 1977 in die Dienste der Deutschen Bahn AG trat, haben ihn 13 Jobs im Unternehmen durch ganz Deutschland geführt. Zum 1. Dezember hat der 54-Jährige nun die Nachfolge von Hartmut Fries angetreten. Fries war 18 Jahre lang Saarbrücker Bahnhofsmanager.Ulrich Demmer war unter anderem im Management des Frankfurter Hauptbahnhofs und in der Berliner Bahn-Konzernzentrale tätig. In den vergangenen beiden Jahren war er Bahnhofsmanager in Kiel. Nach Saarbrücken, betont er, habe er sich "freiwillig beworben". Nicht, weil ihn irgendetwas mit dieser Stadt verbinde, sondern weil er von Saarbrücken aus schneller zuhause in einer kleinen Taunusgemeinde ist, in der seine Frau wohnt. Die Woche über, das ist Ulrich Demmer wichtig, sei er aber mit voller Kraft in Saarbrücken.

Das muss er auch, denn Demmer ist nicht nur für den Saarbrücker Hauptbahnhof verantwortlich. Er und seine 50 Mitarbeiter sind zuständig für das ganze Saarland und bis weit in die Eifel hinein. 125 Bahnhöfe muss Demmer im Blick haben. Die größten hinter Saarbrücken sind die in Trier und Homburg.

Wobei der Saarbrücker Hauptbahnhof klar die Nummer eins in der Region ist. Rund 25 000 Menschen sind jeden Tag im Bahnhof unterwegs. In Trier sind es rund 13 000, in Homburg rund 7000. Diesen Menschen und denen, die die vielen kleinen Bahnhöfe in der Region nutzen, will er vermitteln, dass sie bei der Bahn gut aufgehoben sind. Das sei in einem großen Bahnhof wie in Saarbrücken leichter als in einem kleinen. Denn in einem Bahnhof mit vielen Menschen, in dem auch Bahnmitarbeiter präsent sind, fühlen sich Reisende sicherer als etwa auf einem Dorfbahnhof, an dem sie spätabends als einziger Reisender aussteigen und womöglich durch eine gruselige Unterführung müssen.

Gerade die kleineren Bahnhöfe moderner, heller und behindertengerechter zu gestalten, könne die Bahn aber ohne die Hilfe von Kommunen und dem Land nicht leisten. Mit der Vermietung von Ladenlokalen in den Bahnhöfen und den Gebühren, die für jeden Zughalt fällig werden, macht das Saarbrücker Bahnhofsmanagement rund 12 Millionen Euro Umsatz im Jahr, rechnet Demmer vor. Wenn man alle Ausgaben abziehe, bleibe ein Gewinn von rund fünf Millionen Euro, der an den Konzern überwiesen werde. Alleine der Bau des neuen Bahnhofs Burbach-Mitte, der kommende Woche eröffnet wird, habe die Bahn zwölf Millionen Euro gekostet. Geld, das wiederum von der Bahnzentrale komme.

Branchenmix

Ulrich Demmer mit den neuen Fahrplänen, die ab 9. Dezember gültig sind. Foto: Becker&Bredel.
Ulrich Demmer mit den neuen Fahrplänen, die ab 9. Dezember gültig sind. Foto: Becker&Bredel.

Was den Saarbrücker Hauptbahnhof angeht, ist Demmer recht zufrieden. Der Branchenmix stimme, so dass Menschen nicht nur kommen, um zum Zug zu gehen, sondern auch um etwas einzukaufen oder zu essen. Und wenn diese Menschen nicht merken, wie technische Probleme gelöst und hinter den Kulissen für Sicherheit gesorgt werde, dann funktioniere das Bahnhofsmanagement.