1. Saarland

Der Grünstreifen soll bleiben

Der Grünstreifen soll bleiben

Kastel. Der ehemalige Kasteler Bahnhof liegt eingezwängt zwischen der Autobahn A 1 und der Landstraße L 147. Zu erreichen ist er über die wenige Häuser umfassende Siedlung "Zur Münzbach", wenige hundert Meter vom Kreisel Gomms Mühle entfernt. Auf dem 1,3 Hektar großen Gelände sollen Solarmodule mit einer Leistung zwischen 0,7 und einem Megawatt aufgestellt werden

Kastel. Der ehemalige Kasteler Bahnhof liegt eingezwängt zwischen der Autobahn A 1 und der Landstraße L 147. Zu erreichen ist er über die wenige Häuser umfassende Siedlung "Zur Münzbach", wenige hundert Meter vom Kreisel Gomms Mühle entfernt. Auf dem 1,3 Hektar großen Gelände sollen Solarmodule mit einer Leistung zwischen 0,7 und einem Megawatt aufgestellt werden. Das ist genug, um etwa 200 Haushalte zu versorgen. Investor ist die Firma Wattwerk aus Luxemburg, die mit Kosten von rund 1,7 Millionen Euro rechnet.Gegen den Solarpark gibt es keinen Widerstand. Allerdings gegen eine mögliche Rodung des Böschungsstreifens an der Autobahn A 1. Denn in dem ursprünglichen Planentwurf der Gemeinde ist dieser Bereich als Mähwiese ausgewiesen. Und dagegen regt sich Widerstand bei den Anwohnern in der Straße Zur Münzbach. "Wir, die Bewohner der Straße Zur Münzbach protestieren energisch gegen die Absicht, den Grüngürtel entlang der Autobahn zu entfernen und die Autobahn bis zum Fahrbahnrand freizulegen", heißt es in einem Schreiben, das dem Nonnweiler Bürgermeister Franz Josef Barth zugehen soll. Der Mindest-Lärmschutz würde ganz verschwinden, eine Verbesserung der Situation unmöglich werden. Und weiter: "Bis dato war die Autobahn nur aus nord-östlicher Richtung zu hören und das nur, wenn auch der Wind von dort kam. Ansonsten befanden wir uns in einer hufeisenförmigen Umwaldung, die den meisten Lärm von uns fern hielt." Im SZ-Gespräch unterstreicht Dietmar Thielen, einer der Anlieger: "Von uns hat keiner etwas gegen die Anlage, sondern nur gegen die Aufhebung des Lärmschutzes. Es ist für uns unverständlich, den kostenlosen Lärmschutz zu entfernen." Mittlerweile hätten sich mehr als 240 Kasteler dem Protest angeschlossen und mit ihrer Unterschrift den Erhalt des Grünstreifens gefordert.

"Es ist kein Kahlschlag beabsichtigt", das sagt der Hauptamtsleiter der Gemeinde Nonnweiler, Michael Borre, auf SZ-Nachfrage. Der Begriff Mähwiese im Planentwurf sei missverständlich gewesen. Das habe man geändert. Borre: "Von kompletten Fällarbeiten am Randstreifen ist nicht die Rede." Es werde mit dem Investor und Experten geprüft, was an Gehölzen überhaupt weg müsse. Deshalb habe man am kommenden Donnerstag einen Termin vor Ort vereinbart. Da werde überlegt, welche Bäume fallen müssen, wo ein Rückschnitt erfolgen muss. Darüber hinaus weist er darauf hin, dass die Randstreifen entlang der Autobahn vom Straßenbauamt etwa alle zehn Jahre zurückgeschnitten werden.

Die Gemeinde habe zudem ein schalltechnisches Gutachten in Auftrag gegeben, das der Ortsrat Kastel gefordert habe. Dieses habe ergeben, dass für die Häuser in der Straße Zum Münzbach ohne den bestehenden Bewuchs mit geringfügig höherem Lärmpegel zu rechnen sei. Im Gutachten heißt es dazu wörtlich: "Eine derartige Pegeldifferenz ist subjektiv in der Regel jedoch nicht wahrnehmbar." Das zweifeln die Anlieger allerdings an. Und verweisen darauf, dass durch landwirtschaftliche Nutzung vor einigen Jahren der Randstreifen bis in etwa zwei Meter Höhe kahl gefressen war, der Geräuschpegel von der Autobahn deshalb erheblich höher war.

Wie geht es nun weiter: Bis zum 18. April läuft die öffentliche Auslegung des Planes. Bis zu diesem Zeitpunkt können sich die sogenannten Träger öffentlicher Belange wie Behörden und Versorger melden, aber auch Bürger ihre Einsprüche schriftlich vorbringen. Dazu wird die Gemeindeverwaltung in einem Abwägungsprozess Stellung nehmen. Der Gemeinderat beschließt dann am Donnerstag, 26. April, über den Plan. Diese Sitzung findet zufälligerweise in Kastel statt.