Der Gitarrist und die Tänzer Stationen und Projekte des Musikers Héctor Zamora

Der Gitarrist und die Tänzer Stationen und Projekte des Musikers Héctor Zamora

Saarbrücken. Eines schönen Tages klingelte bei Héctor Zamora das Telefon. Am anderen Ende der Leitung war Julia Hartnik, Referentin der Ballettdirektorin Marguerite Donlon. Sie machte dem Musiker einen überraschenden Vorschlag: "Wir wollen Sie für unser Ballettstück ,Casa Azul'", erklärte sie dem verblüfften Musiker

Saarbrücken. Eines schönen Tages klingelte bei Héctor Zamora das Telefon. Am anderen Ende der Leitung war Julia Hartnik, Referentin der Ballettdirektorin Marguerite Donlon. Sie machte dem Musiker einen überraschenden Vorschlag: "Wir wollen Sie für unser Ballettstück ,Casa Azul'", erklärte sie dem verblüfften Musiker. Zamora, dessen Name in der hiesigen Szene untrennbar mit der lateinamerikanischen Gitarre verbunden ist, traf sich trotz aller Skepsis mit der Ballettchefin. "Sie brauchten Musik, ich sollte spielen", erinnert sich Zamora, der dachte, dass er in einer Ecke sitzen, Gitarre spielen und singen würde. Aber Donlon hatte andere Pläne. "Sie wollte, dass ich den Ehemann von Frida Kahlo darstelle, aber ich antwortete nur: ,Wie das? Ich bin weder Schauspieler noch Tänzer'." Donlon habe geantwortet "Keine Sorge, meine Tänzer passen auf dich auf." Und es war tatsächlich so. Bei den Aufführungen bewegt sich Héctor Zamora auf der Bühne, er spielt Gitarre, er singt von verzweifelter Liebe, von Hoffnung und Leid, von Sehnsucht. "Die Tänzer sind sehr kollegial, sie unterstützen mich, es fällt mir leicht, mich einzubringen."Nach dem ersten Treffen mit Donlon beschäftigte sich Zamora als Erstes mit dem Stück ("es gefällt mir sehr"), dessen Choreografie noch im Entstehen war. "Ich suchte nach passender Musik, traf mich immer wieder mit Maggie, spielte ihr vor." Zamora lächelt, man sieht es ihm an, dass es ihn sehr glücklich macht, in "Casa Azul" mitzuwirken. Seine Musik, wie er es ausdrückt, entschärft auf gewisse Weise die Dramatik des Stückes. "Meistens sind es Liebesszenen, in denen ich für Frida singe," erzählt er, "die Lieder sind romantisch und strahlen eine große Lebendigkeit aus." Das Stück geht unter die Haut und die Musik trifft, so die Meinung vieler, die "Casa Azul" schon gesehen haben, mitten ins Herz. Die Verbindung zwischen Musik und Tanz ist stimmig. Tänzer und Zuschauer sind tief berührt, wenn Héctor Zamora in die Saiten seiner Gitarre greift und mit einer unfassbaren Leichtigkeit von der Tragik der Liebe singt. Ihm selbst ergeht es nicht anders, wenn er den Tänzern zusieht. "Der Tanz hat mich schon immer fasziniert", verrät er: "Ein Genuss zu sehen, wie sich die Tänzer bewegen. Diese Ästhetik, ach, es ist Wahnsinn."

"Casa Azul" mit Héctor Zamora am 13., 14. und 25. November wieder in der Alten Feuerwache. Infos und Karten unter www.saarlaendisches-staatstheater.de

Saarbrücken. Héctor Zamora wurde 1948 in Mexiko-Stadt geboren, lernte Gitarre spielen und studierte Kontrabasss an der Musikhochschule der National Universität (Mexiko Stadt). Auf seinen Reisen, die ihn unter anderem nach Spanien führten, sammelte er viele musikalische Erfahrungen, die heute immer wieder in seine Arbeit einfließen. Zamora arbeitete nicht nur als Bassist und Gitarrist in den verschiedensten Gruppen und Formationen vom Duo bis zur Bigband, sondern auch als Komponist und machte sich als Arrangeur einen Namen. Regelmäßige Solo-Auftritte hat Héctor Zamora im Saarbrücker Kulturbistro Malzeit in der Scheidter Straße 1. Heute, Donnerstag, 28. Oktober, 20.30 Uhr, lädt er dort zum Spanischen Abend ein. Sein Programm "Canción Amor" spielt er mit der Sängerin Jeanette Curta und dem Musiker Raymond Meisters. Mit dem Gitarristen Olaf Prätzlich interpretiert Zamora in der Reihe NACH+BAR am Mittwoch, 24. November, 20 Uhr, in der Saarbrücker Johanneskirche klassische und populäre Musik aus Mexiko. Motto: "Sonata Mexicana". kjs

"Der Tanz hat mich schon immer fasziniert"

Héctor Zamora