1. Saarland

Der gerechte Kampf gegen Despoten

Der gerechte Kampf gegen Despoten

St. Wendel. Die Schülerschauspieler der Theater AG des Gymnasiums Wendalinum geben am Donnerstag, 23. September, "Die Gerechten", "Les Justes" von Albert Camus. Dabei wird das Stück in einer sehr kurzen französischen und in einer deutschen Fassung gezeigt. Aufführungsbeginn ist um 19.30 Uhr in der Aula des Gymnasium Wendalinum

St. Wendel. Die Schülerschauspieler der Theater AG des Gymnasiums Wendalinum geben am Donnerstag, 23. September, "Die Gerechten", "Les Justes" von Albert Camus. Dabei wird das Stück in einer sehr kurzen französischen und in einer deutschen Fassung gezeigt. Aufführungsbeginn ist um 19.30 Uhr in der Aula des Gymnasium Wendalinum.Darf man zur Durchsetzung politischer Ziele Angst und Schrecken verbreiten? Soll Terror ausgeübt werden oder kann es allenfalls darum gehen, Schuldige und schmarotzerhafte Profiteure eines bestimmten politischen Systems aus dem Weg zu räumen? Für Demokraten scheint die Beantwortung dieser Fragen klar: Nein! Und doch wurden sie im Laufe der Geschichte immer wieder gestellt; so auch im neuen Stück der Theater-AG des Wendalinum, Camus` Ideendrama "Les Justes".

Da diskutieren Stepan und Kaljajew, die beiden Kontrahenten in Camus` 1949 uraufgeführtem Theaterstück, ob es gerechtfertigt sei, einen tyrannischen Großfürsten umzubringen. Darf man solch einen Menschen töten, auch wenn er in Begleitung Unschuldiger ist? Diese Fragen der Hauptfiguren des Stücks sind von ungebrochener Aktualität, wie etwa der Fall des Terrortyrannen Osama Bin Laden beweist. Denn auch die amerikanische Regierung musste diese Fragen im Mai dieses Jahres vor der "Hinrichtung" Bin Ladens beantworten.

Bei Camus obsiegt Kaljajew: Anders als Stepan oder die amerikanische Regierung lehnt dieser die Tötung Unschuldiger, zynisch so genannte "colateral damages", kategorisch ab. Camus beschäftigt sich in seinem Stück demnach mit einer Form des "Terrorismus", die keinesfalls Angst und Schrecken verbreiten will, sondern nach Wegen sucht, unmenschliche Tyrannen wie etwa Hitler, Stalin, Gaddafi oder Assad zu beseitigen. Dabei stellt der Nobelpreisträger des Jahres 1957 klar, dass jegliche politisch motivierte Tötung Einzelner unbedingt gesühnt werden müsse und beim Täter die Bereitschaft voraussetze, für seine Tat mit dem eigenen Leben zu bezahlen. Mit seinem Stück wollte Camus nach den dramatischen Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges und seinem Engagement für die französische Résistance wohl zur Entwicklung von Leitlinien für spätere politische Befreiungsbewegungen beitragen.

Ein Bestreben, für das er von allen Seiten, vor allem aber von seinen radikaleren existenzialistischen Weggefährten Sartre und de Beauvoir heftigst kritisiert wurde und das schließlich zum Bruch mit diesen bedeutenden französischen Philosophen der 50er Jahre führte.

Der Eintritt zur Aufführung ist frei. Spenden werde gerne angenommen. red