Der Erde fehlt es an Würmern

Hemmersdorf. Edgar Theobald, eigentlich bekannt als Experte für Schmetterlinge, hatte bei seinem Vortrag im Heimatmuseum Hemmersdorf vergangene Woche noch mehr zu sagen. Beim Gartenbauverein referierte er über Schädlinge und Nützlinge im Hausgarten. Und gleich zu Beginn stellte Theobald fest: "Auf den Feldern gibt es kaum noch Regenwürmer"

 Schmetterlingszüchter Edgar Theobald Foto: kaw

Schmetterlingszüchter Edgar Theobald Foto: kaw

Hemmersdorf. Edgar Theobald, eigentlich bekannt als Experte für Schmetterlinge, hatte bei seinem Vortrag im Heimatmuseum Hemmersdorf vergangene Woche noch mehr zu sagen. Beim Gartenbauverein referierte er über Schädlinge und Nützlinge im Hausgarten.

Und gleich zu Beginn stellte Theobald fest: "Auf den Feldern gibt es kaum noch Regenwürmer". Bei seiner letzten Visite habe er keinen einzigen gefunden. Ein schlechtes Zeichen: "Denn wenn keine Würmer mehr da sind, nützt auch der beste Dünger nichts mehr". Die Erde sei ausgelaugt, die Natur bekomme kaum noch Möglichkeit, sich zu regenerieren, schilderte Theobald.

Alternativen im Garten

Und das ist nur eines der Beispiele dafür, wie der Mensch mit - wenngleich gut gemeintem - Einsatz von Chemikalien und Pflanzenschutzmitteln die Natur zerstört. Dabei ist ein gesundes Ökosystem wichtig und es reguliert sich selbst.

Solche Wildnis ist nicht jedermanns Sache. Doch auch in einem künstlich angelegten Garten gibt es Alternativen zur chemischen Schädlingsbekämpfung. "Mit dem gezielten Einsatz von Nützlingen kann man Schädlinge ebenso effektiv bekämpfen", meinte Theobald, und zeigte mit einer eindrucksvollen Diashow, wie das funktioniert.

Die Bilder zeigten Marienkäfer oder Florfliegen, die sich an den Blattläusen satt fressen oder Schlupfwespen, die ihre Eier in den Schädlingen ablegen. Auch Nematoden, die mikroskopisch kleinen Würmer, können einfach im Wasser auf die befallenen Pflanzen gesprüht oder in die Erde gegossen werden.

Unzählige Vorteile

Die Vorteile dabei, Nützlinge statt Chemie einzusetzen, liegen auf der Hand: Mensch, Tier und Pflanze sind nicht gefährdet und das empfindliche Ökosystem Natur bleibt bestehen. Der beste Beweis dafür, wie gesunde Natur aussieht, ist Theobalds eigener Garten. Hier, so sagt er, finde man alles, was kreucht und fleucht, angefangen von den kleinsten Insekten über eine vielfältige Blumenpracht bis hin zu verschiedenen Vögeln - und natürlich Theobalds Schmetterlingen.

Von denen hat er auch einige mitgebracht, genauer einige Raupen und Puppen des Schwalbenschwanzes, des größten Schmetterlings im deutschen Sprachraum, der in Teilen Österreichs und Deutschlands sogar auf der Roten Liste steht. Im naturbelassenen Stück Erde, das Theobalds Garten bildet, findet der Schmetterling ein Zuhause. sfn

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort