Der Blinker zeigt nach Luxemburg

Völklingen/Warndt. "Ich denke das, was jeder Autofahrer denkt: Benzin ist viel zu teuer", sagt der 56-jährige Elektriker Heinz Rinkenbach aus Geislautern. "Ich tanke deswegen an freien Tankstellen, da ist es etwas günstiger. Außerdem achte ich darauf, keine unnötigen Strecken zu fahren und alle Einkäufe und Termine auf einmal zu erledigen

Völklingen/Warndt. "Ich denke das, was jeder Autofahrer denkt: Benzin ist viel zu teuer", sagt der 56-jährige Elektriker Heinz Rinkenbach aus Geislautern. "Ich tanke deswegen an freien Tankstellen, da ist es etwas günstiger. Außerdem achte ich darauf, keine unnötigen Strecken zu fahren und alle Einkäufe und Termine auf einmal zu erledigen. Für kurze Strecken nutze ich auch mein Fahrrad." Der 19-jährige Student Sven Lauk aus Großrosseln kann den enormen Anstieg der Kraftstoffpreise nicht verstehen: "Ich halte das einfach für übertrieben. Aber was soll ich tun? Ich bin auf mein Auto angewiesen. Mein Tankverhalten habe ich nicht geändert. Ich tanke immer voll, egal wie teuer es gerade ist." Lauk ist außerdem der Meinung, dass die Aktion vom Donnerstag, bei der viele verärgerte Autofahrer aus Protest nicht getankt haben, nichts verändert: "Das ist schwachsinnig. Die Mineralölkonzerne nehmen den Verlust in Windeseile wieder ein."Silke Schaefer aus Völklingen hat ihre eigene Methode, beim Tanken zu sparen: "Zum Tanken fahre ich oft nach Luxemburg, manchmal auch nach Frankreich. Das lohnt sich. Ich tanke dann natürlich auch immer voll. In Deutschland tanke ich nur halb voll." Schaefer hielt die Anti-Tanken-Aktion vorgestern für sinnvoll: "Ich finde das gut und habe selbst auch nicht getankt", sagt die 44-jährige Haushaltshilfe. Roswitha Hollinger (62) fährt zum Tanken auch häufig nach Luxemburg: "Wenn ich schon mal zum Tanken dort bin, kaufe ich auch gleich Tabak und Kaffee. Da spare ich eine Menge Geld." Die Rentnerin aus Völklingen sagt weiter: "Die Spritpreise in Deutschland finde ich ganz schlimm. Ich versuche Termine dadurch so zu legen, dass ich nur einmal fahren muss."

Monika Altmeyer aus Völklingen tankt immer so viel, wie es ihr finanziell möglich ist: "Die Preise sind enorm hoch. Gott sei Dank bin ich nicht mehr berufstätig. Da habe ich den Weg zur Arbeit schon einmal gespart. Wenn ich tanke, dann schaue ich, was mein Geldbeutel hergibt", so die 59-jährige Renterin. Jacqueline Klinkert (48) aus Großrosseln fährt jeden Tag 60 Kilometer zur Arbeit: "Es ist schlimm. Die hohen Benzinpreise betreffen am meisten die Leute, die mit dem Auto zur Arbeit fahren müssen. Ich bin beruflich stark auf mein Auto angewiesen. Um beim Tanken Geld einzusparen, fahre ich nach Frankreich. Das ist ja zum Glück in unmittelbarer Nähe", sagt die Fleischfachverkäuferin.Foto: Becker & Bredel

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