Der alte Stahlbeton schwächelt

Der alte Stahlbeton schwächelt

Überlegungen der Kreisverwaltung, die Turnhalle am Altbau des Leibniz-Gymnasiums in der Koelle-Karmann-Straße wegen statischer Probleme abzureißen, besorgen Ulli Meyer. Daher hat der Ortsvorsteher von St. Ingbert-Mitte in einem Schreiben an den Landrat eine Reihe von Fragen formuliert

St. Ingbert. Überlegungen der Kreisverwaltung, die Turnhalle am Altbau des Leibniz-Gymnasiums in der Koelle-Karmann-Straße wegen statischer Probleme abzureißen, besorgen Ulli Meyer. Daher hat der Ortsvorsteher von St. Ingbert-Mitte in einem Schreiben an den Landrat eine Reihe von Fragen formuliert. Dabei geht es ebenso um die Statik wie Befürchtungen, Erschütterungen beim Errichten des dortigen Neubaus könnten wie bei Wohnhäusern in der Umgebung auch beim Schulgebäude zu Problemen geführt haben.Die Kernaussage Meyers hat die Kreisverwaltung inzwischen gegenüber unserer Zeitung bestätigt. Nach Angaben von Gerhard Mörsch, dem Dezernenten für Umwelt, Bildung und Bauen, wurde der Kreistag in der Vorwoche über aktuelle Gutachten zur Turnhalle am Leibniz-Altbau informiert. Die Ergebnisse verschiedener Untersuchungen, die zum einen Anfang Januar und dann zuletzt noch einmal vor etwa 14 Tagen erfolgten, sind dramatisch. Mörsch: "Der Stahlbeton der 1926/27 erbauten Turnhalle ist äußerst marode." Die Halle sei daher derzeit gesperrt und werde nicht für den Sportunterricht genutzt.

Mit den Äußerung kommt der Kreis schon einer Forderung nach, die der Ortsvorsteher an den Landrat richtet: Aus Meyers Sicht ist eine offensive Information geboten, um bei den Anwohnern, den Schülern und Eltern keine Ängste um die Sicherheit von Gebäuden aufkommen zu lassen. Zugleich appellierte er an die Verantwortlichen im Saarpfalz-Kreis, nicht durch einen Abriss in einer "Nacht-und-Nebel-Aktion" Fakten zu schaffen. Denn das Interesse der St. Ingberter an dem historisch wertvollen und schönen Leibniz-Gymnasium müsse bei allen Überlegungen berücksichtigt werden.

Das sichert Mörsch zu. Zugleich betont er allerdings, dass noch keine endgültige Entscheidung über die Zukunft der alten Halle gefallen sei. Erst werde sein Amt weitere Fachleute aus dem Bereich Statik sowie das Landesdenkmalamt um detaillierte Stellungnahmen bitten. "Wenn es statisch möglich ist, wollen wir das bedeutsame Gebäude erhalten", meint Mörsch. Denn nach wie vor gelte die aktuelle Planung, nach der die Turnhalle nach einem Umbau als Räumlichkeit für die Freiwillige Ganztagsbetreuung des Gymnasiums genutzt werden soll. Der Kreis verfolge daher nur einen Plan A, der da heißt: Der Turnhallenbau soll möglichst ertüchtigt werden, um ihn dauerhaft für neue Aufgaben nutzen zu können. Einen Plan B für einen Abriss gebe es noch nicht.

In seinem Brief hat Meyer auch die Bürger-Kritik am Neubau weitergegeben: Demnach werde unter den Bürgern schon von einem "Betonklotz" gesprochen, der der mehr an die Bausünden der 1970er als an zukunftsorientiertes Bauen erinnere. red/schet