1. Saarland

Der alte Friedhof wird nun als Lager genutzt

Der alte Friedhof wird nun als Lager genutzt

Oberkirchen/Pfeffelbach. Bis weit in das 19. Jahrhundert hinein wurde streng zwischen evangelisch und katholisch unterschieden, wenn es um die Bestattung der Toten auf den Friedhöfen ging. Jedes Bekenntnis hatte seinen eigenen Gottesacker. In einigen Orten gibt es das noch bis heute

Oberkirchen/Pfeffelbach. Bis weit in das 19. Jahrhundert hinein wurde streng zwischen evangelisch und katholisch unterschieden, wenn es um die Bestattung der Toten auf den Friedhöfen ging. Jedes Bekenntnis hatte seinen eigenen Gottesacker. In einigen Orten gibt es das noch bis heute. Auch Pfeffelbach, das von Oberkirchen aus seelsorglich betreut wird, hatte bis in das vergangene Frühjahr einen katholischen Friedhof. Er gehörte der Pfarrei St. Katharina. Umgeben war er von einer Mauer, die in die Jahre gekommen war und aus der Steine herausbröckelten. Wegen der bestehenden Verkehrssicherungspflicht gab es mit einem Vertreter des bischöflichen Bauamtes in Trier und Pastor Hanno Schmitt eine Ortsbesichtigung.

Als entweiht erklärt

Die Trierer Baubehörde entschied sich dafür, die Mauer aus Kostengründen nicht mehr zu sanieren und den Friedhof mittels Urkunde für profan, das heißt, für entweiht zu erklären. Pastor Hanno Schmitt sagte gegenüber der SZ: "Ich hatte nach Möglichkeiten gesucht, den Friedhof zu erhalten und der Friedhofsmauer mit ehrenamtlichen Helfern ihre Standfestigkeit zurückzugeben. Er war nämlich eine wunderschöne parkähnliche Anlage. Es ist mir sehr schwer gefallen, mich der Trierer Entscheidung anzuschließen." Die Pfarrei St. Katharina hat die Fläche daraufhin vor einigen Monaten an einen Privatmann verkauft.

Vor mehr als 30 Jahren ist auf dem Friedhof der letzte Tote bestattet worden. Inzwischen gibt es nur noch einen gemeinsamen Friedhof für beide Konfessionen im Dorf. Der Erwerber des alten Friedhofs, Stefan Schlimmer aus Pfeffelbach, hat das Gelände von der Kirchengemeinde erworben, hat es eingeebnet und die brüchige Friedhofsmauer, die kein Fundament hatte, beseitigt. Er wird auf der Fläche jedoch kein Haus bauen, sondern sie als Lagerplatz verwenden. Das steinerne Friedhofskreuz hat Pastor Schmitt mit Unterstützung durch den Oberkirchener Ortsvorsteher Karl-Josef Scheer und einige Helfer in das Pfarrdorf transportieren lassen. Wenn es renoviert ist, wird es rechts des Eingangsportals der Pfarrkirche als Erinnerung an den Pfeffelbacher Friedhof aufgestellt.

Die Trierer Bistums-Baubehörde entschied sich dafür, die Friedhofsmauer aus Kostengründen nicht mehr zu sanieren.
Einer der alten Grabsteine auf dem ehemaligen Friedhof. Die Fläche gehörte bis vor kurzem größtenteils der Pfarrei St. Katharina.
Das Kreuz, das nach Oberkirchen gekommen ist.

Was das Grundeigentum angeht, ist der Pfeffelbacher Friedhof ein Kuriosum. Nur etwa drei Viertel der Fläche gehörte der Pfarrgemeinde Oberkirchen. Der Rest ist Eigentum der Zivilgemeinde. Und dieser Rest ist derzeit noch gut erkennbar. Er besteht aus der vorderen Mauer mit zwei Tortürmen, einem schmiedeeisernen Tor und zwei seitlichen Mauerstücken. Eine Zypresse und zwei Eiben sind weitere Zeugnisse des ehemaligen katholischen Friedhofs. Warum ein kleiner Teil der Grundfläche der Gemeinde Pfeffelbach gehört, konnte Ortsbürgermeister Frank Aulenbacher bis jetzt nicht klären. Wegen der Profanierung ist er von Angehörigen angesprochen worden, die Gräber auf dem alten Friedhof hatten. Sie seien, so der Ortschef, über die Trierer Entscheidung nicht glücklich gewesen.