"Der Aktenordner ist voll, aber nichts ist passiert"

Sötern. "Wir überlegen, eine Bürgerinitiative zu gründen", sagt Tanja Hamm aus dem Söterner Ortsteil Waldbach. Sie ist, wie viele andere Bewohner auch, verärgert über die Firma Gihl (wir berichteten)

Sötern. "Wir überlegen, eine Bürgerinitiative zu gründen", sagt Tanja Hamm aus dem Söterner Ortsteil Waldbach. Sie ist, wie viele andere Bewohner auch, verärgert über die Firma Gihl (wir berichteten). Obwohl die Firma zur Auflage hat, zu kehren und das nach eigenen Angaben auch mindestens jeden Freitag macht, "kehre ich einmal die Woche noch drei Eimer voll zusammen - und das nur vor meiner Haustür", sagt Hamm. Die Bürger fordern aber nicht nur, dass die Firma Gihl die Straßen sauber hält, sondern auch, dass der Lärmschutz eingehalten wird. Eine Schredderanlage steht zwar in einer Halle. Jedoch sei die Halle nicht komplett geschlossen. Der Lärm sei manchmal unerträglich. Marina Salamon, deren Haus in unmittelbarer Nachbarschaft zum Firmengelände steht, erzählt, die Firmenleitung habe sie einst vor dem großen Brecher gewarnt, der hin und wieder für Unruhe sorgen könnte. "Dieser Brecher hat uns noch nie gestört", sagt sie. Aber dafür andere Dinge: "Der Schutthaufen direkt neben unserem Wohnhaus ist mittlerweile enorm hoch - keine schöne Aussicht."Auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung hatte Nohfeldens Bürgermeister Andreas Veit den Anwohnern geraten, sich zu beschweren, wenn Emissionsauflagen nicht eingehalten würden. Aber das sind die Bürger der Waldbach mittlerweile leid. Einen dicken Aktenordner hat Josef Schumacher dabei. Er hat sich - genau wie die anderen Waldbach-Bewohner schon oft beschwert. Aber nichts passiere. "Jetzt sind wir an einem Punkt angelangt, wo uns fast schon nichts anderes mehr übrig bleibt, als zu klagen", sagt Schumacher. Zumal er und seine Mitstreiter befürchten, die geplante Bahnentladestation könnte die Lärm- und Staubbelastung noch erhöhen. Komisch kommt ihnen auch vor, dass die Bahnentladestation ausgerechnet dorthin kommen soll, wo einst eine neue Zufahrtsstraße zum Werk geplant war, um die Bürger zu entlasten. Deshalb hat Schumacher jetzt beim Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz in Saarbrücken Widerspruch gegen alle bestehenden Genehmigungen eingelegt. Grund: "mangelnde Öffentlichkeitsbeteiligung", sagt Schumacher. Und ist gespannt auf die Reaktion.