1. Saarland

Der 12-Weiher-Weg bei Neunkirchen-Heinitz

SERIE WANDERN AN SEEN UND WEIHERN, TEIL 9 : An den künstlichen Weihern in Heinitz

Wer den Zwölf-Weiher-Weg in Heinitz bei Neunkirchen wandert, findet kleine Seen, die wie die reine Natur ausschauen, aber von Menschenhand erschaffen sind.

Der Steinkohlenbergbau hat weite Teile des Saarlandes geprägt. Neben Fördertürmen und Tagesanlagen sind Bergehalden und Absinkweiher entstanden. Sie bestimmen bis heute das Landschaftsbild im Saarrevier. So auch in der reizvollen Industrielandschaft Heinitz-Dechen bei Neunkirchen, die zum Saarkohlenwald gehört. Von den in den 1960er-Jahren stillgelegten Gruben- und Kokereibetrieben sind wichtige bauliche Relikte wie die bundesweit bedeutende Kokerei-Gasmaschinenzentrale erhalten. Und im Zuge der Wasserhaltungs- und Wasserversorgungsmaßnahmen der Gruben Heinitz und Dechen sind im Weilerbachtal mehrere Weiher entstanden. Auch im Binsental und in der Geisheck, die zum Schutzgebiet Natura 2000 „Nordwestlich Heinitz“ gehören, wurden Gewässer geschaffen.

Die Mischung aus naturbelassenen Kohleschlamm- und gepflegten Fischweihern sowie die sie speisenden Bäche macht den Reiz dieses Gebietes aus. Das ist zur Heimat vieler Pflanzen und Tiere geworden. Je nach Jahreszeit können Naturliebhaber hier Vögel von der Amsel bis zum Zaunkönig antreffen, Teichrohrsänger und Eisvogel, Enten, Reiher und Raubvögel. Außerdem Eidechsen, etliche Libellen, Schmetterlinge und vieles mehr.

Am besten können Interessierte das Gebiet in Heinitz und Dechen, das mitten im Projekt „Landschaft der Industriekultur Nord“ liegt, bei einer Wanderung über den Zwölf-Weiher-Weg oder einzelne Strecken­abschnitte davon erkunden. Start und Ziel ist an der Grundschule Heinitz in der Grubenstraße. Von dort geht es zum idyllisch mitten im Wald gelegenen Heinitzer Weiher und durch das Weilerbachtal mit kleineren Gewässern bis zu einem schönen Biotop mit Holzsteig und einer Plattform mit Holzbänken und -tischen, die zur Rast einlädt. Der Holzsteig führt weiter zur kleinen „Brücke der Sinne“, kurz dahinter kann man abzweigen und an der Halde Dechen vorbei zum Haldenkreuz auf einer weiteren Bergehalde mit guter Aussicht wandern.

Zurück auf dem Zwölf-Weiher-Weg geht es über die Landstraße bei Dechen über das ehemalige Grubengelände zum Grünen und Blauen Weiher mit Fischerhütte (Angelsportverein Heinitz). Durch das Binsental am Heinitzbach führt ein breiter Weg zum Binsenthaler Weiher, ebenfalls mit Hütte (ASV Neunkirchen). Den kleinen Haldenweiher, den großen Absinkweiher und den Forstweiher in der Geisheck kann man zurzeit leider nicht erreichen. Wegen Sanierungsarbeiten der RAG Montan Immobilien bis voraussichtlich Frühjahr 2021 musste die Wegeführung geändert werden. Eine größere Schleife durch den Wald führt zur Friedrichsthalerstraße und zurück nach Heinitz.

Ein Graureiher auf der Jagd. Er spiegelt sich im Wasser des Binsenthaler Weihers. Foto: Thomas Reinhardt

Adresse des Startpunktes des Zwölf-Weiherweges: Der Startpunkt liegt in  66540 Neunkirchen-Heinitz in  Grubenstraße 139 beoi der alten Schule.