Den Keimen im Badewasser auf der Spur

Den Keimen im Badewasser auf der Spur

Kreis Neunkirchen. Im Rekordsommer 2003 meldeten auch die Freibäder im Kreis Neunkirchen Rekordbesucherzahlen. Davon kann in diesen eher wechselhaften Tagen keine Rede sein. Doch selbst wenn nur ein einsamer Schwimmer seine Runden dreht, muss die Wasserqualität natürlich tadellos sein

Kreis Neunkirchen. Im Rekordsommer 2003 meldeten auch die Freibäder im Kreis Neunkirchen Rekordbesucherzahlen. Davon kann in diesen eher wechselhaften Tagen keine Rede sein. Doch selbst wenn nur ein einsamer Schwimmer seine Runden dreht, muss die Wasserqualität natürlich tadellos sein. Genau wie in den Hallenbädern, von denen ja einige wie etwa in Eppelborn den Sommer über geöffnet haben. Sie fallen in den Bereich "Badewasser", den das Gesundheitsamt des Landkreises Neunkirchen regelmäßig kontrolliert. Dazu gehören auch die EU-Badegewässer, von denen es allerdings im Kreis Neunkirchen keine gibt. Denn im Itzenplitzer Weiher oder dem Wingertsweiher ist Baden strikt verboten, weil sie nicht überwacht werden und auch keine Infrastruktur wie Toiletten vorhanden sind. Sieben Freibäder und 13 Hallenbäder werden vom Gesundheitsamt im Kreis Neunkirchen regelmäßig kontrolliert, dazu gehören auch Bewegungsbecken in Krankenhäusern oder Lehrschwimmbecken in Schulen. Amtsleiterin Dr. Elisabeth Dahl erklärt, warum die Hygiene-Inspekteure des Gesundheitsamtes regelmäßig vor Ort mikrobiologische und chemische Wasseruntersuchungen durchführen. "Jeder Mensch scheidet beim Baden eine Vielzahl von Mikroorganismen aus Haut und Schleimhaut aus." Das können auch Krankheitskeime von Menschen sein, die in der Inkubationszeit sind, in der die Krankheit noch nicht ausgebrochen ist. Je mehr Menschen im Wasser sind, desto größer ist die Gefahr, sich anzustecken. Denn fast jeder schluckt unfreiwillig 30 bis 50 Milliliter Wasser beim Schwimmen und Tauchen. Wer bei dieser Zahl zusammenzuckt, kann aber beruhigt sein. Das Gesundheitsamt hat in den vergangenen Jahren keine gravierenden Probleme in den hiesigen Einrichtungen aufgespürt. Dahl: "Wir kontrollieren, ob die Betreiber ihren täglichen Pflichten nachgekommen sind, die in einem Betriebsbuch dokumentiert werden." So müssen auch pro Badegast am Tag 30 Liter Frischwasser zugeführt und die Wasseraufbereitung kontrolliert werden.Nicht nur das Badewasser wird vom Gesundheitsamt kontrolliert, auch die allgemeine Hygiene im Bad, also der Barfußbereich, die Sitzflächen, der Sanitär- und Umkleidebereich sowie Rutschen und ähnliches. Nach der Trinkwasserverordnung wird das Duschwasser unter die Lupe genommen und etwa nach Legionellen untersucht. Übrigens ist das Gesundheitsamt auch bei Bauanträgen involviert wie jetzt beim Bau des Kombibades.Die Badegäste können selbst etwas für die Hygiene tun, indem sie sich nämlich auf jeden Fall vor dem Sprung ins Becken gründlich mit Seife abduschen. "Wenn das jeder macht", betont Dahl, "kommt man mit weniger Chlorbeigaben und Frischwasser aus." Als Ärztin liegt Elisabeth Dahl noch eine andere Sache am Herzen. Sie rät bei Sonnenschein zu T-Shirts, einer Kopfbedeckung, Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor und ausreichend Flüssigkeit. "Wer dann noch leichte Kost wie Obst und Salat zu sich nimmt, kann Sonne und Freibad bedenkenlos genießen!"

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