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Demenz-Experten sehen in Früherkennung Chancen für Patienten

Demenz-Experten sehen in Früherkennung Chancen für Patienten

Saarlouis. "Demenz frühzeitig erkennen, um den Prozess möglichst lange hinauszuzögern." Dieses unter Experten unumstrittene Fazit hat gestern, dem Abschlusstag des Internationalen Demenzkongresses in Saarlouis-Roden, auch Dr. Helmut Jäger, Chefarzt der Neurologie am Knappschaftskrankenhaus in Püttlingen, gezogen

Saarlouis. "Demenz frühzeitig erkennen, um den Prozess möglichst lange hinauszuzögern." Dieses unter Experten unumstrittene Fazit hat gestern, dem Abschlusstag des Internationalen Demenzkongresses in Saarlouis-Roden, auch Dr. Helmut Jäger, Chefarzt der Neurologie am Knappschaftskrankenhaus in Püttlingen, gezogen. Jäger referierte über die Diagnostik der Demenz, weitere Themen waren unter anderem Therapiestrategien."So früh wie möglich und so intensiv wie möglich", müsste die Diagnose erstellt werden, um dann Behandlungsstrategien zu entwickeln, meinte Jäger. "Man muss sich als Arzt hier die Mühe machen, die Demenz-Form im frühen Stadium schon auseinanderzuhalten", sagte er. Mit 50 Prozent ist der Anteil der Alzheimer-Demenz am höchsten. Er sprach von einer Vor-Phase der Alzheimer-Demenz, die sich bereits 20 bis 30 Jahre vor den ersten Symptomen entwickelt, von einer zweiten Phase im Frühstadium, die sich über fünf bis acht Jahre hinziehen könne. Und die zweite Phase sei es, in der der Prozess von Alzheimer hinausgezögert oder gar verhindert werden könne. Das setze eine intensive Befundaufnahme voraus.

Jäger sprach von einem psychologischen, internistischen und körperlichen Befund, sowie spezielle Laborbefunde und eine Bildgebung, die seiner Meinung nach nur über eine Kernspintomografie erfolgen sollte. Darüber ließen sich Stoffwechselstörungen nachweisen, die Aufschluss über eine Demenz geben könnten. Den Prozess im Verlauf der Krankheit zu verzögern, das sei heute möglich. Ob es eine Heilung von Demenz geben wird, sei nicht absehbar. Aber, wie Dr. Kai-Uwe Kühn von der Uniklinik Homburg meinte, könnte man gewisse Risiken im Vorfeld ausräumen, wie Rauchen oder Übergewicht. Und: "Je geistig aktiver man ist, desto seltener bekommt man Alzheimer", sagte Kühn. hth