1. Saarland

Dem Feuerwerk folgt früh der Frust

Dem Feuerwerk folgt früh der Frust

Wie schön, wenn Ursache und Wirkung so klar und rasch einander folgen wie beim Silvesterfeuerwerk, mit dem wir in die Woche und ins Jahr gestartet sind. Eine Flamme entfacht ein Schauspiel aus Farben, Schall und Rauch. Doch der Qualm der Feuershows zum Jahresauftakt hatte sich kaum verzogen, als die Welt sich für die Saarbrücker wieder als das erwies, was sie schon 2012 war: verdammt kompliziert

Wie schön, wenn Ursache und Wirkung so klar und rasch einander folgen wie beim Silvesterfeuerwerk, mit dem wir in die Woche und ins Jahr gestartet sind. Eine Flamme entfacht ein Schauspiel aus Farben, Schall und Rauch. Doch der Qualm der Feuershows zum Jahresauftakt hatte sich kaum verzogen, als die Welt sich für die Saarbrücker wieder als das erwies, was sie schon 2012 war: verdammt kompliziert. Die Stadtwerke befürchten aus dem Betrieb ihrer fünf neuen Kraftwerke für 2013 Miese in Millionenhöhe. Die Ursachenforschung reicht vom fernen Fukushima, wo die Atomkatastrophe eine Fernwirkung bis zur deutschen Energiewende zeitigte, bis in die Vorstandsetage der Saarbrücker Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (VVS), zu der die Stadtwerke gehören. Der frühere VVS-Chef Dieter Attig hatte die Stadtwerke wieder ins Geschäft mit der Stromerzeugung gebracht. Aber ausgerechnet jetzt, nach millionenschweren Investitionen in eigene Kraftwerke, lasse sich, wie uns die Stadtwerkemanager erklären, mit konventionellem Strom aus diesen Anlagen kein Geld machen, mit dem Strom aus Wind und Sonne schon.

Daraus ersehen wir Kunden zum einen: Selbst gerade noch hochgelobte Manager wie Attig stehen unvermittelt in der Kritik. Zum anderen: Bei Strom-Strategien lassen sich Ursache und Wirkung nicht so klar ausmachen wie beim Feuerwerk.

Sonst hätten ja die Politiker mit dem Abschied aus der Stromerzeugung nicht jene Löcher gerissen, die Attig zu stopfen versuchte - mit allen Risiken und Nebenwirkungen, wie sich jetzt zeigt.