Deftige Worte zur deftigen Kost

Deftige Worte zur deftigen Kost

Beeden. War es nun ein deutliches Zeichen für die Homburger "große Koalition" zwischen SPD und CDU als "Muster für die Zukunft" oder war es das nicht, das 16. Heringsessen gestern Abend in Beeden? Der Einladung des Beeder Ortsvertrauensmanns Gerhard Wagner zum politischen Aschermittwoch in die Beeder Sporthalle waren in diesem Jahr wieder viele gefolgt

Beeden. War es nun ein deutliches Zeichen für die Homburger "große Koalition" zwischen SPD und CDU als "Muster für die Zukunft" oder war es das nicht, das 16. Heringsessen gestern Abend in Beeden? Der Einladung des Beeder Ortsvertrauensmanns Gerhard Wagner zum politischen Aschermittwoch in die Beeder Sporthalle waren in diesem Jahr wieder viele gefolgt. Und unter diesen vielen eben viele auch aus den Reihen von CDU und SPD: Hans Felden, der Fraktionsvorsitzende der SPD im Homburger Stadtrat ebenso wie Christian Gläser, sein Pendant von der CDU. Die Landtagsabgeordnete Elke Eder-Hippler fand sich ebenso in den Reihen der Gäste wie Peter Böhm, der CDU-Ortsvereinsvorsitzende von Beeden. Und zumindest Gerhard Wagner machte im Angesicht von so viel rot-schwarzer oder schwarz-roter Sitzgemeinsamkeit keinen Hehl daraus, wie seine politische Vorstellung für die Zeit nach der Wahl am 25. März im Land aussieht. "Ich wünsche mir eine Zweidrittel-Mehrheit für CDU und SPD, um wichtige Dinge schnellstmöglich umsetzen zu können. Und ich wünsche mir, dass die Verhinderer die Fünf-Prozent-Grenze nicht erreichen." Den politischen Gegner im Lager der kleinen Parteien qualifizierte Wagner als "Möchtegerne" und "Selbstdarsteller". Und er setzte noch einen drauf: "Es wird keine Koalition mit den Linken und auch keine mit den Grünen geben. Letztere haben das Land und ganz besonders Homburg lange genug blockiert und schikaniert."Diese Grußadresse ging eindeutig an einen der Beeder Kirchtürme - der politische Aschermittwoch zeigte gestern durchaus tiefe Gräben auf.

Hans Felden, der Fraktionsvorsitzende der SPD, gab sich weniger angriffslustig. Zwar kritisierte auch er die gescheiterte Jamaika-Koalition, für Homburg allerdings schloss er eine Zusammenarbeit mit den kleineren Parteien nicht aus. "Wir brauchen eine Koalition der Vernunft. Dazu laden wir selbstverständlich auch kleine Parteien mit ein, hier vor Ort für die Homburger das zu tun, wofür wir gewählt sind: Nämlich die Interessen der Homburgerinnen und Homburger zu vertreten." Sein Appell: Mehrheitsentscheidungen als grunddemokratisch zu akzeptieren.

Homburgs Oberbürgermeister Karlheinz Schöner, der letzte offizielle Redner des gestrigen Abends, machte aus seinem Herzen erneut keine Mördergrube und erkor zum wiederholten Male die Grünen in Stadt und Land zum Auslöser für die zahlreichen Verwicklungen, gerade mit Sicht auf die Umsetzung der geplanten Enklerplatz-Bebauung.

So hätten die Homburger Grünen zu Homburgs Lasten ihren Einfluss im damals noch Grün geführten Umweltministerium genutzt, um die Pläne zu verzögern und zu verhindern. Die nun getroffene Vereinbarung würde Homburg, so Schöner, alleine rund 100 000 Euro an Honorar für die geforderten Gutachter kosten, "Geld, das wir nicht in der Stadtkasse haben".