Das Wichtigste soll nicht unsichtbar bleiben

Das Wichtigste soll nicht unsichtbar bleiben

Saarlouis. Was ist Saarlouis, städtebaulich? Die Antwort ist nicht an einzelnen Gebäuden abzulesen, sondern am Grundriss, dem barocken Festungsstern. Der französische Militärarchitekt Sébastien Le Prestre de Vauban hat ihn im 17. Jahrhundert vorgezeichnet. Den Stern bilden sechs Bastionen, die Dreiecke I bis VI

Saarlouis. Was ist Saarlouis, städtebaulich? Die Antwort ist nicht an einzelnen Gebäuden abzulesen, sondern am Grundriss, dem barocken Festungsstern. Der französische Militärarchitekt Sébastien Le Prestre de Vauban hat ihn im 17. Jahrhundert vorgezeichnet. Den Stern bilden sechs Bastionen, die Dreiecke I bis VI. Schaut man aus der Deutschen Straße Richtung Bahnhof, liegt rechts die Bastion I. Die weiteren folgen im Uhrzeigersinn. Der Deutschen Straße vorgelagert ist das Hornwerk im Stadtgarten mit weiteren zwei Bastionen. Die Ringstraßen markieren heute den früheren Verlauf der Festungsmauer. Bastion I liegt dort, wo das "Institut für aktuelle Kunst" steht. Das (private) Gelände dahinter soll mit Wohnhäusern bebaut werden. Ernst: "Die letzte größere Möglichkeit, eine Bastion durch geschickte Planung sichtbar zu machen. Das würde den Wert der Grundstücke in jeder Hinsicht erhöhen." Bastion VI ist am Gelände des früheren Schlachthofes. Dort liegen umfangreiche Mauern, die ausgegraben wurden und in den kommenden Jahren als Teil des Stadtgartens gestaltet werden. "Das barocke Saarlouis ist der Festungsstern", unterstreicht Ernst immer wieder. Aber das Wesentliche ist fast unsichtbar. Denn der Festungsstern ist zwar über die Ringstraßen befahrbar, aber nicht als Festungsstern erfahrbar und somit nicht im Bewusstsein. "Er ist noch nicht einmal in den Stadtplänen gekennzeichnet." Deswegen setzen sich Ernst und der Verein "DenkMal" dafür ein, dass die Stadt eine Bausatzung erlässt. Sie soll den Erhalt des Festungssterns festschreiben. "Das würde seine Wirkung haben."Ernst schlägt außer einer Bausatzung eine originelle Kennzeichnung des Bau-Volumens der Festung vor: mit Laser-Licht aus Leuchtstäben an den Bastionen. In einigen Metern Höhe soll Laser-Licht die Stäbe verbinden, die Andeutung einer Art virtuellen Mauerrings.Die Idee hat Ernst in ein begehbares "Spiegel-Modell" umgesetzt. Er stellte es in Schulen aus und diskutiert darüber mit Schülern. we

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