Das war eines Kaisers würdig

Das war eines Kaisers würdig

Die Stadt St. Wendel hat Geschichte geschrieben. 500 Jahre nach dem Besuch des Kaisers Maximilian I. - an sich schon ein geschichtsträchtiges Ereignis - zeigte die Kreisstadt, dass sie mit ihrer ganzen Erfahrung aus vorangegangenen Sport- und Kulturveranstaltungen in der Lage ist, etwas auf die Beine zu stellen, was eines Kaisers würdig gewesen wäre.St

Die Stadt St. Wendel hat Geschichte geschrieben. 500 Jahre nach dem Besuch des Kaisers Maximilian I. - an sich schon ein geschichtsträchtiges Ereignis - zeigte die Kreisstadt, dass sie mit ihrer ganzen Erfahrung aus vorangegangenen Sport- und Kulturveranstaltungen in der Lage ist, etwas auf die Beine zu stellen, was eines Kaisers würdig gewesen wäre.St. Wendel hat auch Geschichte geschrieben in der Welt mit seinem Turnier, das es so wohl seit 500 Jahren nicht mehr gegeben hat. Nachdem ich am Montag einige meiner Fotos vom Turnier im sozialen Netzwerk Facebook in ein Album gestellt hatte, gingen die Bilder buchstäblich um die Welt. Menschen aus Europa, Nordamerika und Australien sahen die Bilder, kommentierten, staunten. Ich bekam sogar eine Interview- und Fotoanfrage aus den USA und sollte von meinen Erlebnissen beim Turnier berichten.

Viel dazu beigetragen haben aber auch die Teilnehmer. Die Neuzeit-Ritter, die viel Zeit und Geld in die Ausbildung ihrer Pferde, den Nachbau von historischen Rüstungen und ins eigene Training stecken. Zum einen, um herauszufinden, wie die ritterlichen Wettkämpfe damals wirklich abliefen. Gelebte Archäologie sozusagen.

Zum anderen, um sich selbst in Ritterlichkeit zu üben. Und das hat beides in St. Wendel vortrefflich funktioniert. Auch wenn zum Erkenntnisgewinn bei den Teilnehmern Blut und Schmerzen vonnöten waren. Doch mit ihrem ritterlichen Einsatz für verletzte Kollegen und sogar Gegner haben sie vielen von uns in Sachen Sportsgeist und Fairness einiges voraus. Da können wir uns gern eine Scheibe von abschneiden.

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