1. Saarland

Das St. Wendeler Land ist stark vertreten

Das St. Wendeler Land ist stark vertreten

Sechs Politiker aus dem St. Wendeler Land gehören dem neuen saarländischen Landtag an. Drei kommen von der CDU, je einen stellen die SPD, die Linken und die Piraten. Im bisherigen Landtag waren es fünf Abgeordnete aus dem Landkreis St. Wendel.

St. Wendel. Hans Ley, Hermann Scharf, Ruth Meyer (CDU), Magnus Jung (SPD), Heike Kugler (Linke) und Michael Hilberer (Piraten) vertreten den Landkreis St. Wendel im neuen saarländischen Landtag. "Überglücklich" beschreibt Hans Ley, CDU-Kreisvorsitzender und Landtagspräsident seine Stimmungslage gestern Abend. Besonders freut er sich über das unerwartet hohe Ergebnis auf Landesebene für seine Partei. Der mutige Schritt der Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer habe sich ausgezahlt. Die Wähler hätten anerkannt, dass sie das Wohl des Landes vor das der Partei und das der Personen gestellt habe. Jetzt gebe es klare Verhältnisse im Land. Gut sei dieses Ergebnis für den Landkreis St. Wendel. Denn der habe von den CDU-geführten Landesregierungen der vergangenen Jahren profitiert. "Glücklich und zufrieden", ist auch Ruth Meyer. Sie hat erstmals den Einzug in den Landtag geschafft. Dass der Abstand zur SPD größer ist als erwartet, das mache Mut für die kommenden fünf Jahre. "Heute wird gefeiert, morgen beginnt die Arbeit. Denn auf uns warten große Aufgaben, und dafür haben wir wenig Geld zur Verfügung." "Ein tolles Ergebnis", freut sich Hermann Scharf. Er hat den Wiedereinzug ins Parlament geschafft.Auch wenn sich die SPD sowohl auf Landes- als auch auf Kreisebene deutlich verbessert hat, so richtig glücklich ist Magnus Jung, SPD-Kreisvorsitzender, nicht über das Wahlergebnis. Das Ziel, stärkste Partei zu werden, das habe die SPD nicht geschafft und das deutlich. Immerhin habe die SPD jetzt im Land die Hälfte des politischen Einflusses. Sehr zufrieden ist Jung mit dem Abschneiden der SPD in seiner Heimatgemeinde Nonnweiler. Hier habe die CDU nur noch 25 Stimmen Vorsprung vor der SPD.

Rund 75 000 Bürger waren im Landkreis St. Wendel zur Wahl des neuen Landtages aufgerufen. Allerdings machten diesmal deutlich weniger Bürger von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Im Wahlkreis Neunkirchen, zu dem der Landkreis St. Wendel gehört, lag die Wahlbeteiligung nur noch bei 64 Prozent. Die Wahlbeteiligung im St. Wendeler Land lag wie immer höher, schwankte zwischen knapp 66 Prozent in St. Wendel und 73 Prozent in Marpingen und Oberthal.

Die CDU ist im Landkreis St. Wendel stärkste Partei geblieben. Aber die CDU-Hochburg bröckelt weiter. Nach SZ-Berechnungen liegt sie bei knapp 40 Prozent. Die SPD kommt auf Kreisebene auf um die 30 Prozent, die Linke auf 13 Prozent, die FDP unter ein Prozent. Die Grünen liegen bei unter vier und die Piraten bei über sieben Prozent. In Nonnweiler hat die CDU den höchsten Zuwachs mit 1,9 Prozentpunkten auf jetzt 38 Prozent. Tholey ist mit 48,1 Prozent und einem Zuwachs von 0,6 Prozentpunkten CDU-Hochburg in der Region.

Mit plus 8,7 Prozentpunkten schaffte die SPD in Freisen ihren höchsten Zuwachs und liegt dort jetzt bei 36,1 Prozent. Ihr bester Ergebnis hat die SPD in Nonnweiler erzielt. Nämlich 37,4 Prozent. Die FDP hat in allen Gemeinden dramatisch verloren, die Grünen mussten Federn lassen, ebenso die Linke. Die Piraten kamen in allen Gemeinden der Region deutlich über fünf Prozent.