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Das Schneckentempo ist bald Vergangenheit

Das Schneckentempo ist bald Vergangenheit

Namborn. Was viele Nutzer noch aus den Anfangstagen des Internets kennen - Webseiten bauen sich so langsam auf, dass währenddessen genug Zeit bleibt, die letzte Steuererklärung auszufüllen - ist in einigen Orten des Landkreises heute noch Realität. Unter anderem in Namborn und Baltersweiler, deren Einwohner im Scheckentempo durch die virtuelle Welt surfen

Namborn. Was viele Nutzer noch aus den Anfangstagen des Internets kennen - Webseiten bauen sich so langsam auf, dass währenddessen genug Zeit bleibt, die letzte Steuererklärung auszufüllen - ist in einigen Orten des Landkreises heute noch Realität. Unter anderem in Namborn und Baltersweiler, deren Einwohner im Scheckentempo durch die virtuelle Welt surfen. Für private Nutzer ist das meist nur lästig, für Firmen dagegen oft ein Grund, sich einen anderen Standort zu suchen. Das bestätigt Ralf Nonnengart, EDV-Fachbereichsleiter der Gemeinde Namborn: "Unternehmen haben sich nicht hier angesiedelt, weil ihnen eine schnelle Internetanbindung gefehlt hat". Aber auch Privatleute schreckten vor einem Wohnort ohne modernen Datenverkehr zurück. "Junge Leute fragen bevor sie bauen immer, ob schnelles Internet verfügbar ist." Auch für Schüler sei eine Datenleitung mittlerweile die Grundvoraussetzung. Deshalb ist sich Nonnengart sicher: "Ohne schnelles DSL hat ein Ort keine Zukunft.Um Namborn zukunftssicher zu machen, sollen 2012 auch die letzten Ortsteile der Gemeinde Zugang zu einem modernen Glasfasernetzwerk haben. Bisher waren Hofeld-Mauschbach, Furschweiler, Gehweiler, Roschberg, Hirstein, Eisweiler und Pinsweiler ans Netz der Deutschen Telekom mit schnellen16 Mbit angeschlossen. Probleme gab es dagegen in Baltersweiler dessen Bewohner sich mit DSL-Light (bis 768 kb) zufriedengeben mussten. Glück hatten nur Anwohner mit Blick zum Schaumberg. "Diese Bürger konnten auf ein 16-Mbit-Funknetz der Firma Intersaar nutzen, allerdings nur wenn sie Sichtkontakt zum Sendemast hatten", erklärt Nonnengart. Für 2012 sei jetzt geplant, dass die Saarlouiser Firma Inexio ein Glasfasernetz aufbaue. Dafür habe das Unternehmen 70 Vorverträge und eine Zahlung von 20 000 Euro verlangt. Traurige Wirklichkeit ist DSL-Light bisher auch in Namborn und Heisterberg. Auch hier soll Inexio-Glasfaserkabel für Abhilfe sorgen. Dafür waren 120 Vorverträge nötig.

Für die sei laut Nonnegart von Seiten der Gemeinde kräftig die Werbetrommel gerührt worden. "Wir haben auf unsere Internetseite und in Gemeindeblatt darauf hingewiesen", berichtet der EDV-Experte. "Außerdem gab es Informationsabende, wo Vorverträge abgeschlossen wurden."

Es sei wichtig gewesen, die Anwohner von der Bedeutung des Internets für die Namborner Zukunft zu überzeugen. Nonnengart: "Wir müssen mehr als nur eine schöne Wohnlage zu bieten haben." vsc