1. Saarland

Das Palliativnetzwerk lässt niemanden alleine

Das Palliativnetzwerk lässt niemanden alleine

St. Wendel. Der Tod ist Bestandteil des Lebens. Die Frage nach dem würdigen Sterben ist eine, die jeden betrifft. Insbesondere schwerkranke Menschen auf ihren letzten Tagen zu begleiten, ihren eine umfassende Versorgung zu gewähren, die die körperlichen, psychischen, sozialen und religiösen Bedürfnisse berücksichtigt, ist Aufgabe der Palliativ-Pflege

St. Wendel. Der Tod ist Bestandteil des Lebens. Die Frage nach dem würdigen Sterben ist eine, die jeden betrifft. Insbesondere schwerkranke Menschen auf ihren letzten Tagen zu begleiten, ihren eine umfassende Versorgung zu gewähren, die die körperlichen, psychischen, sozialen und religiösen Bedürfnisse berücksichtigt, ist Aufgabe der Palliativ-Pflege. Im Mittelpunkt steht die Linderung von Schmerzen, aber auch der Angst. Über diesbezügliche Angebote im St. Wendeler Raum klärte eine Kooperationsveranstaltung des Pflegestützpunktes im Landkreis St. Wendel und der Christlichen Hospizhilfe im Landkreis auf.Unter dem Motto "Die Würde des Menschen am Lebensende - den Weg gemeinsam gehen" referierten im großen Sitzungssaal des Landratsamtes Vertreter von Einrichtungen, die sich der Begleitung und Versorgung Sterbender verschrieben haben. "Die Würde des Menschen ist nicht nur unantastbar, sie gilt es auch bis zum und am Lebensende zu wahren", eröffnete Landrat Udo Recktenwald, zugleich Kooperationsvorsitzender des Stützpunkts, die Tagung. Er sprach allen seine Hochachtung aus, die sich dieser anspruchsvollen Aufgabe stellen, insbesondere den ehrenamtlichen Helfern: "Unter sozialen, unter christlichen Gesichtspunkten ist dies eine anerkennenswerte Tätigkeit." Das St. Wendeler Land verfüge über ein gut ausgebautes Netz an Einrichtungen, so dass jedem bedürftigen Bürger und seinen Angehörigen Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Hierzu zählt der Pflegestützpunkt im Landkreis St. Wendel. Sabine Fuchs, Beraterin beim Pflegestützpunkt, betonte daher, dass die Vernetzung aller Einrichtungen wichtig sei, um möglichst alle zu erreichen. Denn viele Menschen seien sich im Unklaren darüber, dass es derartige Angebote gebe. Dennoch nehmen immer mehr Angehörige Kontakt mit dem Stützpunkt auf, um sich über Möglichkeiten der Begleitung und Versorgung zu informieren. "Besonders gefordert sind wir aber auch bei zurückgezogen lebenden Menschen, also bei jenen, die kaum soziale Kontakte haben und nicht selten Verwahrlosungstendenzen zeigen."

Die Leitsätze der palliativen Arbeit seien in der 2010 verabschiedeten Charta zur Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen festgeschrieben, betonte im Anschluss der Arzt Günter Burgey vom SAPV (spezialisierte ambulante Palliativversorgung) Team St. Wendel/Neunkirchen. "Ein würdevolles Sterben braucht Zeit, Raum und kompetenten Beistand", so Burgey weiter. Daher bestehe sein Team aus Spezialisten - Mediziner, Pflegekräfte oder Sozialarbeiter - deren Aufgabe es sei, Symptome des Patienten zu kontrollieren, Krisen zu bewältigen sowie 24 Stunden in Rufbereitschaft zu sein. Burgey: "In Deutschland besteht ein Rechtsanspruch auf SAPV. Die Versorgung im Saarland ist besonders gut, da sie flächendeckend ist." Für die Kosten müssen die Krankenkassen aufkommen.

Den Vorträgen, unter anderem zu einer Projektstudie zur palliativen Begleitung des Caritas-Senioren-Zentrums in Neunkirchen/Nahe oder der Palliativstation des Marienkrankenhauses St. Wendel, schloss sich eine Diskussionsrunde an, in der das Interesse der Bevölkerung am Thema deutlich wurde. Ein Interesse, das durch die unerwartet hohe Anzahl von etwa 80 Gästen unterstrichen wurde. red