1. Saarland

Das Miteinander fördern und Spaß haben

Das Miteinander fördern und Spaß haben

Sulzbach. Es waren aufreibende Wochen im katholischen Kindergarten St. Elisabeth in Sulzbach. Seit Mitte Oktober floss quasi afrikanisches Blut durch die Adern der Kleinen. Der Verein Ramesch - Forum für interkulturelle Begegnung - hatte das Afrika-Projekt ins Leben gerufen, das am 30. November zu Ende ging

Sulzbach. Es waren aufreibende Wochen im katholischen Kindergarten St. Elisabeth in Sulzbach. Seit Mitte Oktober floss quasi afrikanisches Blut durch die Adern der Kleinen. Der Verein Ramesch - Forum für interkulturelle Begegnung - hatte das Afrika-Projekt ins Leben gerufen, das am 30. November zu Ende ging. Zum Jahresende wurde zurückgeblickt: "Der Verein führt viele Projekte dieser Art durch. Wir hatten schon Themen wie Türkei, Russland und jetzt Afrika. Es geht darum, das Miteinander der verschiedenen Kulturen, die in unserer Region leben, zu fördern. Wir hatten es mit zehn Workshop-Einheiten zu tun", erläuterte Stefanie Bungart-Wickert.Die Erzieherin leitete mit Lilli Gebel und Anette Mitrenga die mehrwöchige Veranstaltung, die mit Gottesdienst und Afrika-Fest standesgemäß endete. "Der Afrikaner Dédé Mazietele Vavi hat uns fast täglich begleitet", so Bungart-Wickert weiter. Dabei habe er mal einen echten Topf mit Wasser auf dem Kopf balanciert, um zu zeigen, wie man im afrikanischen Dorf Wasser holt.

"Die Kinder staunten über Tiergeschichten, so manche angerührte Medizin bei Schnupfen oder auch über den Geschmack von Papayas", resümierte die Pädagogin.

Der Blick auf die gelbe Papierbanderole mit den vielen Fotos im Treppenhaus der Einrichtung verrät bei allem pädagogischen Ernst vor allem den Spaßfaktor. "Wir haben getrommelt, was das Zeug hält, Dédé hat dabei ganz viele Geschichten aus seiner Heimat erzählt. Er stammt aus dem Kongo", so Bungart-Wickert.

Bei einem Elternnachmittag durften die Großen mal mit dem Afrikaner trommeln. "Das war für mich was Besonderes", meinte Bilal Salman, die vor den staunenden Augen ihres fünfjährigen Sohnes Yad "richtig ins Trommelleder" griff. Gut, dass die Kita dank Hilfen vom Ministerium kürzlich erst richtige Djembe-Trommeln anschaffen konnte. "Wir konnten die wunderbar einsetzen. Es ist ein großer Unterschied, ob man zuschaut oder mitmacht", fügte Bungart-Wickert an. Und auch, wenn das Projekt an Vorschulkinder adressiert war, die in einer Gruppe von 20 Kindern zusammen waren, sei Dédé offen für alle fragenden Blicke gewesen. "Er wollte kein Hausgeist sein, der in die Turnhalle schleicht, sondern er ist zur Begrüßung mit der Gitarre durch alle Gruppen", so die Afrika-Fachfrau weiter. Mazietele Vavi arbeitet seit rund 15 Jahren mit dem Verein Ramesch zusammen. "Wir machen jedes Jahr zehn solcher Projekte in Kindergärten im Saarland", informierte der Afrikaner. Seine dunkle Hautfarbe, die bunten Kleider und sein immer fröhliches Wesen hinterließen bei den Kindern sichtlich Eindruck. "Schön, dass Dédé nach Deutschland gekommen ist", meinte der fünfjährige Benjamin aus Sulzbach. "Dédé ist ein guter Mensch, er hat uns so viel von Afrika erzählt", hörte man von Sophia. Und Dédé dazu: "Ich überlege, wie ich mit den Kindern eine Aufnahme machen kann, wenn wir einen Sponsor finden. Das war große Klasse", lobte er.