Das Leiden der Mutter Jesu

Das Leiden der Mutter Jesu

St. Ingbert. Der Freundes- und Förderkreis für Kirchenmusik eröffnet die Konzertreihe 2011 mit dem Oratorium Stabat mater von Joseph Haydn am Sonntag, 10. April, um 17 Uhr in der Martin-Luther-Kirche.Die ergreifende Passionsdichtung Stabat mater dolorosa entstand um 1300

St. Ingbert. Der Freundes- und Förderkreis für Kirchenmusik eröffnet die Konzertreihe 2011 mit dem Oratorium Stabat mater von Joseph Haydn am Sonntag, 10. April, um 17 Uhr in der Martin-Luther-Kirche.Die ergreifende Passionsdichtung Stabat mater dolorosa entstand um 1300. Ursprünglich ein Gebetsgedicht, wurde es zunächst als Gregorianischer Choral, später auch in freien Vertonungen schnell Bestandteil der Passionsliturgie. Über den liturgischen Gebrauch hinaus bot Stabat mater den Anreiz für viele Komponisten, dieses Gedicht in seiner Eindringlichkeit auch mehrstimmig zu vertonen.

Das Stabat mater besteht aus zehn Strophen. Es stellt nicht eine Betrachtung der Leiden des Gekreuzigten dar, sondern das Miterleben des Leidens seiner Mutter.

In den Strophen eins bis vier, die Haydn in den Nummern I bis VI vertonte, werden die Leidensstationen der Mutter Maria dargestellt. In den folgenden Strophen fünf bis zehn, in den Nummern VII bis XIII b musikalisch umgesetzt, ändert sich die Sicht des Betrachters: Sie sind Bitten an die Mutter, teilhaben zu können an diesem Leiden, das der Erlösung und Rettung der Menschheit dient.

Schon als Jugendlicher hatte Joseph Haydn die reiche kirchenmusikalische Tradition der vorösterlichen Zeit kennengelernt. Zuerst als Chorknabe in St. Stephan, danach unter anderem in der Klosterkirche der Barmherzigen Brüder in Wien Leopoldstadt, wo er als Sänger, Organist und Geiger tätig war. Im Jahr 1767 komponierte er sein Werk Stabat mater, ein Jahr nachdem er die Kapellmeisterstelle am Hof des Fürsten Esterházy in Eisenstadt übernommen hatte, und begründete damit seinen weithin angesehenen Ruf.

Die Uraufführung fand vermutlich am Karfreitag desselben Jahres statt. Bald trat Haydns Stabat mater von Wien aus seinen Siegeszug durch ganz Europa an.

In 14 Sätzen hat Joseph Haydn das Gedicht Stabat mater sehr ausdrucksvoll in Musik umgesetzt. Sie löst große Betroffenheit aus. Es entsteht eine Nähe von Mensch zu Mensch, von Mit- und Nachleidenden mit Maria und ihrem und Gottes Sohn. Durch Haydns Verzicht auf jegliches Pathos werden die Sequenzen der Leiden und Schmerzen zu einer passionierten Andacht. Innige Affekte statt äußerer Effekte setzte der Komponist in den Arien und Chorsätzen ein, in denen die Gefühle von Schwermut und Trost, von Erdulden und Aufopferung ausgebreitet sind.

In dieser innigen Passionsmusik haben für das Konzert in der Martin-Luther-Kirche Elizabeth Wiles, Sopran, Angela Lösch, Alt, Marc Dostert, Tenor, und Alexander Lauer, Bass, die Solopartien übernommen. Die Evangelische Kantorei und das Neue Saarländische Kammerorchester sind die weiteren Ausführenden. Die Leitung hat Helmut Haag. Der Freundes- und Förderkreis für Kirchenmusik an der Martin-Luther-Kirche und die Evangelische Kantorei laden zu diesem Passionskonzert ein. red

Eintrittsprogramme zum Preis von zwölf Euro, ermäßigt acht Euro, sind im Vorverkauf bei den Chormitgliedern und bei der Buchhandlung Friedrich sowie an der Abendkasse erhältlich. Weitere Infos gibt es unter Tel. (0 68 94) 5 29 85 sowie im Internet www.EvangelischeKantorei.de.

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