1. Saarland

Das Land finanziert Halle und Kletterpark in Gondwana

Das Land finanziert Halle und Kletterpark in Gondwana

Saarbrücken

Saarbrücken. Rückt das Land nur stückweise mit der ganzen Wahrheit heraus, wenn es um den Umfang des neuen Finanz-Engagements am Standort Landsweiler-Reden (Gondwana II) geht? Das fürchtet Christoph Walter, Vorsitzender des Bundes der Steuerzahler Saarland, nachdem jetzt eine weitere 560 000-Euro-Kostenübernahme durch das Land für ein Kinder-Klettergerüst ("Gondi's Dinowelt") bekannt wurde. "Das ist die Salami-Taktik, die bereits bei Gondwana I angewandt wurde", sagte er gestern der SZ. Wie berichtet wird die Industriekultur Saar GmbH (IKS) für 7,7 Millionen Euro eine Dino-Show-Halle ausstatten. Gondwana-Investor Matthias Kuhl wird sie mieten und betreiben, das wurde jetzt bekannt. Auf eine europaweite Ausschreibung hatten sich keine weiteren Bewerber gemeldet. Außerdem bezahlt die IKS aber nun auch Kuhls neues Kinder-Paradies, das im August eröffnet. Kürzlich noch war es als eine Kuhlsche Investition vorgestellt worden. Der Bericht des IKS-Geschäftsführers Karl Kleineberg im Landtag widerlegte diese Darstellung. Kleineberg schilderte das Finanzierungsmodell wie folgt: Durch Verhandlungen sei die IKS wieder in den Besitz der Grundstücke mit ZFB-Halle gekommen. Kuhl miete das Gebäude samt Holz-Dino vom Land für 3000 Euro im Monat zurück. Laufzeit: 25 Jahre. So fließe bei Gondwana II kein einziger Cent an Fördermitteln an den Investor. Man könne nie mehr von verlorenen Zuschüssen sprechen, so Kleineberg. Alles sei in Ordnung, sagt auch der CDU-Landtagsabgeordnete Bernd Wegner. Er verteidigt die Finanz-Architektur, bei der das Land die Rolle des Investors übernimmt. Das Modell sei der Tatsache geschuldet, dass Gondwana I ohne touristische Zusatzangebote "eine Investition ins Leere geblieben wäre". Dem hingegen hält der Vorsitzende des Bundes der Steuerzahler diesen Weg für "gänzlich falsch", angesichts einer vermeintlichen "Insolvenzproblematik", die sich aus der Bilanz der Gondwana-Betriebsgesellschaft bereits ablesen lasse. "Wenn Kuhl scheitert, bleibt das Land auf den Dinos sitzen." Auch von der SPD-Landtags-Fraktion war das Gondwana-II-Vorgehen verworfen worden. Im IKS-Aufsichtsrat hatten die sozialdemokratischen Vertreter Letzteres allerdings abgesegnet. ce