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Das Köllertal in 50 Jahren

Das Köllertal in 50 Jahren

Köllertal. Die Zukunft wird nicht einfach für das Köllertal. "Bis zum Jahr 2030 sinkt die Zahl der Einwohner im Saarland voraussichtlich um 140 000 Personen auf 890 000. Wie das Statistische Amt errechnete, könnte die Bevölkerungszahl bis 2060 um rund ein Drittel auf unter 700 000 Personen zurückgehen", heißt es in einer Mitteilung des Landesamtes

Köllertal. Die Zukunft wird nicht einfach für das Köllertal. "Bis zum Jahr 2030 sinkt die Zahl der Einwohner im Saarland voraussichtlich um 140 000 Personen auf 890 000. Wie das Statistische Amt errechnete, könnte die Bevölkerungszahl bis 2060 um rund ein Drittel auf unter 700 000 Personen zurückgehen", heißt es in einer Mitteilung des Landesamtes. Rechnet man diese Zahlen auf die drei Köllertal-Kommunen um, so würde dies bedeuten: In Püttlingen sinkt die Einwohnerzahl von heute rund 20 000 auf etwa 17 500 im Jahr 2030 und auf rund 13 500 im Jahr 2060. Ähnlich sieht es in Heusweiler aus: Hier geht die Einwohnerzahl von schon jetzt etwas unter 20 000 auf etwa 17 000 im Jahr 2030 zurück, sowie auf rund 13 000 im Jahr 2060. In Riegelsberg sinkt die Einwohnerzahl von rund 15 000 auf etwa 13 000 im Jahr 2030 und auf etwa 10 000 im Jahr 2060.

Natürlich handelt es sich bei diesen Zahlen nur um Hochrechnungen, die nicht genau so eintreffen werden, da es örtliche Unterschiede gibt und in einer so langen Zeitspanne viel passieren kann. Eher positiv für das Köllertal wird sich nach heutigem Stand der Dinge auswirken, dass hier die wirtschaftliche Lage innerhalb des Regionalverbandes noch recht stabil, die Arbeitslosigkeit vergleichsweise gering ist. Negativ wird sich auswirken, dass grundsätzlich die großen Städte die Bevölkerung stärker anziehen, was den kleinen noch weniger übrig lässt. Als zwar sehr kleiner aber immerhin vorhandener Standort-Vorteil könnte sich die in Püttlingen angesiedelte Köllertaler Integrationsstelle für Zuwanderer erweisen, wenn sie auch dafür genutzt wird, Neubürger überhaupt anzulocken.

Man muss kein Wahrsager sein, um vorherzusagen, dass der Bevölkerungsschwund irgendwo auf dem Weg bis 2030 oder gar 2060 deutliche Spuren im Köllertal hinterlässt: Zumal die Zahl der Kinder stärker sinkt als die der Gesamtbevölkerung, werden von den verbliebenen neun Grundschulen (einschließlich Zweigstellen) weitere geschlossen, die Bedeutung der Schule als Standort-Vorteil wird steigen. Alle Hallen und die Sportplätze der zwölf Köllertaler Fußballvereine werden nicht zu halten sein. Auch nicht alle Vereine werden die nächsten Jahrzehnte überstehen - jeder Vereinsvorstand kann sich ausrechnen, was ein Rückgang der Mitglieder um 13 Prozent bis 2030 und um 33 Prozent bis 2060 bedeuten würde.

Vereinzelt trifft man jetzt schon im Köllertal auf leer stehende Häuser. Doch die Zahl der Wohnungen ohne Vorhänge hinter den Fenstern wird deutlich zunehmen. Insbesondere in Orten mit schlechter Anbindung könnten dann die Hausbesitzer zu den Verlierern des Bevölkerungsrückgangs gehören, Mieter zu den Gewinnern.

Für alle Kommunen gilt: Weniger Menschen müssen die Fixkosten (etwa Erhalt der Straßen) finanzieren, die heute noch von einer größeren Anzahl Steuerzahler gestemmt werden. Eine "Kriegskasse" für den anstehenden Strukturwandel können die Städte und Gemeinden nicht anlegen, da sie pleite sind. Unterm Strich wird sich sogar die Frage stellen, ob die Köllertal-Kommunen in ihrer jetzigen Form überhaupt erhalten bleiben, oder ob es wie auch immer geartete Gebietsreformen gibt. Beispiele gibt es bereits aus einer anderen Richtung: Die evangelische und die katholische Kirche haben jeweils Verwaltungseinheiten und Pfarreien zusammengelegt. So gibt es jetzt etwa in Püttlingen die Pfarreiengemeinschaft St. Bonifatius/Liebfrauen/St. Sebastian, in Heusweiler die Pfarreiengemeinschaft Heusweiler/Eiweiler/Holz. Damit haben die Kirchen auf den Mitglieder- und Einnahme-Rückgang reagiert. Und diese Reaktion erfolgte sicher nicht, weil man es gerne tat, sondern aus Einsicht über schmerzhafte Notwendigkeiten.

Auf einen Blick

Liebe Leserin, lieber Leser, wie schätzen Sie die Zukunft des Köllertals ein? Schicken Sie uns doch Ihre Prognose, was sich in den nächsten 10, 20, 30 oder gar 40, 50 Jahren im Köllertal Wesentliches verändern wird. Per E-Mail an: redkt@sz-sb.de; Fax: (0 68 06) 30 98 52; Post: SZ Köllertal, Am Hirtenbrunnen 6, 66265 Heusweiler. mr