Das ist kein Thema für Juristendeutsch

Das ist kein Thema für Juristendeutsch

Da gibt der Kollege in der Redaktion dem neuen Merziger Bürgermeister eine Steilvorlage, eine viel zu lange verpasste Klarstellung durchzusetzen, und die Stadtverwaltung reagiert so dröge und blutarm, wie es das Rathaus 19 Jahre lang getan hat. Man kann jedes Thema juristisch dermaßen zerhacken, dass jedem Nichtjuristen die Ohren glühen.

Das hat die Verwaltung in ihrer Stellungnahme zur Kolume "Zugereist" getan. Mag sein, dass durch den Tod Adolf Hitlers dessen Ehrenbürgerschaft in Merzig erloschen ist. Dass die Stadtverwaltung keine Unterlagen darüber hat, ob Hitler die Ehrenbürgerschaft angenommen hat oder nicht: Der Stadtrat hat ihn seinerzeit dazu ernannt, egal in welcher Zusamensetzung. Die SZ hatte Details zu jener Sitzung bereits 1998 veröffentlichtlicht und wird sie im Laufe der kommemden Woche nochmals nachliefern.

Warum machen Städte wie Trier und viele andere Klimmzüge, um die von den früheren Stadtvätern ausgesprochenen Ehrenbürgerrechte Hitlers für ungültig zu erklären? Weil sie ein Zeichen setzten wollen. Und was macht unsere Kreisstadt? Sie verrennt sich in einen juristischen Eiertanz, sie erkennt offensichtlich noch nicht einmal, welchen Symbolcharakter ein Stadtratsbeschluss hätte, der da unterstreicht: Hitler ist kein Ehrenbürger unserer Stadt mehr.

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