Das ist er, der wundervolle Gaudiwurm

Dudweiler. Es ist 12 Uhr. Grau in grau hängen die Wolken über Dudweiler. Nieselregen tröpfelt. Auf dem Alten Markt werden Bierstände aufgebaut. Gegenüber, an der Bushaltestelle, legen Narren letzte Hand an einen Festwagen. Auf dem Dudoplatz steht ein Anhänger mit einem gelben 2 CV drauf. Aus allen Richtungen kommen verboozte Gestalten

Dudweiler. Es ist 12 Uhr. Grau in grau hängen die Wolken über Dudweiler. Nieselregen tröpfelt. Auf dem Alten Markt werden Bierstände aufgebaut. Gegenüber, an der Bushaltestelle, legen Narren letzte Hand an einen Festwagen. Auf dem Dudoplatz steht ein Anhänger mit einem gelben 2 CV drauf. Aus allen Richtungen kommen verboozte Gestalten. Eine Gruppe von Gardemädchen marschiert gut gelaunt den Alten Stadtweg hinunter. Alle haben ein Ziel: die Fischbachstraße. Dort stellen sich die Teilnehmer auf zum großen Faasenachtsumzug. Umzug gucke, das ist "in" in Dudweiler. Da mag das Wetter noch so schlecht sein. "Von dem bisschen Regen lassen wir uns doch die gute Laune nicht verderben", ruft eine Hexe und schwingt ihren Besen drohend in Richtung der widerwärtigen Wolken. Bunt, schrill, komisch: Beim närrischen Gaudiwurm in Dudweiler blühte gestern die Straßenfaasenacht in ihrer schönsten Form. Tausende von Männern, Frauen und Kindern, verboozt oder auch nicht, säumten die Straßen, bereiteten den vorbeiziehenden Narren einen tollen Empfang. "Beste Beteiligung seit vielen Jahren", meldete der Festausschuss Dudweiler Faasenacht. Mit der Stadtverwaltung war er für das Spektakel verantwortlich. 32 Gruppen - dabei zwölf Festwagen und sieben Musikkapellen - mit knapp 1100 Teilnehmern marschierten zwei Stunden quer durch Dudweiler. Alleh-Hopp-Rufe erschallten, Fastnachtshits erklangen zuhauf. Pünktlich um 13.11 Uhr setzte sich der Gaudiwurm, angeführt von den Saarlight-Guggas aus Sulzbach und ihren stäbeschwingenden Majorettes, in Bewegung. Unaufhörlich tanzende Gardemädchen, die immer wieder Küsschen in die Menge warfen, ließen das miese Wetter schnell vergessen. Erstmals mussten alle Gruppen am Dudweiler Kinderprinzenpaar vorbeidefilieren. Huldvoll grüßten ihre Lieblichkeit Hannah Maria I. und seine Tollität Niclas I., vom Prinzenwagen der Grünen Nelke. Dort war die Stimmung bestens. Hits der Latzegallis erklangen aus den Lautsprechern. Live-Musik machten neben den Saarlight-Guggas die Carnevaliers Spackwagges aus Pfastatt im Elsass, der Freie Fanfarenzug Dudweiler, der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Sulzbach, der Spielmannszug Frei weg Dudweiler, der Schalmeien- und Kulturverein Dudweiler sowie der Musikzug 1968 Dudweiler. Alle sechs Dudweiler Karnevalsvereine waren mit großen Abordnungen dabei. Die Narren vom Pfaffenkopf hatten sogar ihre eigene Bank auf Rädern mitgebracht. Dazu kamen die Pänz aus Neuweiler und die Kollegen vom Carneval Club St. Avold. Ihnen gehörte übrigens die gelbe Ente. Im närrischen Spektakel unterwegs waren unter anderem auch die Fußballfrauen des ASC Dudweiler - die Nummer eins im Sulzbachtal - die Blecharmee vom Hofweg oder die Gäste vom Gasthaus Zum Schlösschen in Herrensohr. Die hatten kurzfristig die zweite Kaltnaggischer Schönheitsklinik aufgemacht. Die Patienten sahen nach der Behandlung dort allerdings schlechter aus als vorher. Ein Mitglied des Après-Skiclubs Herrensohr hatte sich sogar Skier an die Füße geschnallt. Spaß hatten alle, die dabei waren. Denn, wie gesagt: Den kollektiven Freudentaumel konnte auch das trübe Wetter nicht vermiesen.