Das Fest der Traditionen

Das Fest der Traditionen

Saarlouis. "Oh du fröhliche, oh du selige, Gnaden bringende Weihnachtszeit", das Lied gehört zu den wohl bekanntesten deutschen Weihnachtsliedern. Die Melodie geht zurück auf die sizilianische Volksweise "O Sanctissima", den Text dazu schrieb Johannes Daniel Falk (1768 - 1826). Lieder singen gehört auch heute noch für viele Familien zum festen Weihnachtsbrauch

Saarlouis. "Oh du fröhliche, oh du selige, Gnaden bringende Weihnachtszeit", das Lied gehört zu den wohl bekanntesten deutschen Weihnachtsliedern. Die Melodie geht zurück auf die sizilianische Volksweise "O Sanctissima", den Text dazu schrieb Johannes Daniel Falk (1768 - 1826). Lieder singen gehört auch heute noch für viele Familien zum festen Weihnachtsbrauch. Doch welche Traditionen und Bräuche mögen die Menschen in der Adventszeit noch, haben sie gar eigene Dinge zum festen Ritual gemacht? Die Saarbrücker Zeitung fragte nach.Für viele der Befragten ist es wichtig, Weihnachten mit der Familie zu verbringen und verbinden das mit einer "guten Tradition". "Zwar sollte die Familie das ganze Jahr über im Mittelpunkt stehen, aber das Zusammensein an Weihnachten bekommt einen zusätzlichen festlichen Rahmen", sagt zum Beispiel Ortwin Schon aus Ensdorf. Sich Zeit für die Familie zu nehmen, ist für Mary Lorenz aus Roden zur wichtigen und schönen Tradition geworden. "Es sind besondere Tage des Beisammenseins, gerade wenn man sich das ganze Jahr über selten sieht", sagt sie. Und die Familie steht auch bei Jacqueline Hector aus Roden im Mittelpunkt. Mit Schon und Lorenz teilt sie sich eine weitere gemeinsame "schöne Tradition": "Kochen für Hilf-Mit!". An drei Adventssamstagen verkaufen die Helfer des Technischen Hilfswerks Saarlouis am Großen Markt von Saarlouis Erbsensuppe. "Für mich ist es wichtig, gerade in der Weihnachtszeit an Menschen zu denken, denen es nicht so gut geht wie uns", erklärt Schon.

Familie ist auch für Raphael Schäfer aus Rehlingen-Siersburg wichtig. Dabei lässt er sich gerne wieder in die Zeit seiner Kindheit zurückversetzen. "Meine schönste Weihnachtstradition ist, wenn an Heilig Abend vor der Bescherung das Glöckchen klingelt", sagt er. Und nach der Bescherung werde gemeinsam mit der Familie ein Weihnachtslied angestimmt.

"Eine schöne Tradition für mich ist es, den Tannenbaum zu schmücken", erzählt Sabine Alt aus Saarwellingen. Früher gefiel es ihr, wenn ihre Mutti am Heiligen Abend traditionell gefüllte Klöße kochte. Kulinarische Erinnerungen hegt auch Patrick Cavelius aus Saarlouis. "Seit meiner Kindheit gibt es bei uns am Heiligen Abend Kartoffelsalat und Würstchen", erklärt er. Eine Tradition, die bis heute Bestand hat. Sein schönstes Weihnachtsbrauchtum ist allerdings: "Wenn wir alle um den Tannenbaum herumstehen und Stille Nacht, heilige Nacht singen."

Für Armin Thirion aus Saarlouis hat der Nikolaus eine besondere Bedeutung. Denn der Saarlouiser schlüpft bereits seit 44 Jahren in die Rolle von Knecht Ruprecht, während sein Freund Alfred Gindorf den Nikolaus spielt. Ob auf dem Schwalbacher Weihnachtsmarkt, im Freundeskreis oder bei den Saarlouiser Kanuten, die beiden pflegen die Tradition von Nikolaus und einem Begleiter mit der Rute. "Mir ist die Rolle des Knecht Ruprecht auf den Leib geschrieben", sagt Thirion stolz. Und die vielen, vielen Kinder, aber auch die Erwachsenen, die ihn erlebt haben, werden diesen Satz nur unterstreichen können.

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