Das einzige Rechenzentrum in ökumenischer Trägerschaft

Das einzige Rechenzentrum in ökumenischer Trägerschaft

Speyer/Eggenstein. Leise summen die mannshohen Computerserver im Erdgeschoss. Leuchtdioden blinken, Kabel quellen aus den Geräten hervor. Der in weißen Tönen gehaltene Raum ist blitzsauber. Hier schlägt das Herz des Kirchlichen Rechenzentrums Südwestdeutschland (KRZ) im badischen Eggenstein bei Karlsruhe

Speyer/Eggenstein. Leise summen die mannshohen Computerserver im Erdgeschoss. Leuchtdioden blinken, Kabel quellen aus den Geräten hervor. Der in weißen Tönen gehaltene Raum ist blitzsauber. Hier schlägt das Herz des Kirchlichen Rechenzentrums Südwestdeutschland (KRZ) im badischen Eggenstein bei Karlsruhe. Für die Mitarbeiter in evangelischen und katholischen Einrichtungen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, aber auch in anderen Bundesländern, ist der von außen unscheinbare dreiteilige Gebäudekomplex ein wichtiger Ort: Hier werden unter anderem ihre Gehälter berechnet, die Gehaltsmitteilungen maschinell kuvertiert und versendet. Das Rechenzentrum im Industriegebiet von Eggenstein, nur wenige hundert Meter vom Rhein entfernt, sei in seiner Struktur einzigartig, erzählt sein Leiter Wolfgang Glasstetter. Zwar gibt es in Deutschland weitere Dienstleistungszentren, die von den großen Kirchen getragen werden und die für sie als Dienstleister in der Datenverarbeitung fungieren. Doch das Rechenzentrum ist in Deutschland das einzige in ökumenischer Trägerschaft. 1982 wurde das Rechenzentrum zur kirchlichen Stiftung. Zuvor war es seit 1972 eine Geschäftsabteilung des Evangelischen Oberkirchenrats Karlsruhe. Stifter sind die evangelischen Landeskirchen in der Pfalz, in Baden und Württemberg, die Erzdiözese Freiburg, die Diözesen Rottenburg-Stuttgart und Speyer sowie die jeweiligen Diakonischen Werke und Caritasverbände. Im vergangenen Jahr zog die Rechnertechnik in einen Neubau um. Groß ist die Angebotspalette des Rechenzentrums, das sich in mehr als einem Vierteljahrhundert zu einem der führenden Dienstleister der Kirchen in der Datenverarbeitung entwickelt hat, sagt Glasstetter. Die Kirchen im Südwesten "leisteten" sich als Stifter vor allem aus Kostengründen ein eigenes Rechenzentrum: Serviceleistungen ließen sich an einem Ort bündeln und auf kirchliche Anforderungen hin zuschneiden. Hinzu kämen Synergieeffekte durch ähnliche innerkirchliche Strukturen und Aufgaben. Zudem stelle das KRZ der kirchlichen Kundschaft, die auch aus anderen Teilen Deutschlands stammt, nur die konkrete Dienstleistung in Rechnung. "Wir bewegen uns im Markt", sagt Glasstetter — ein Markt, auf dem eine harte Konkurrenz mit anderen kirchlichen und nicht kirchlichen Rechenzentren herrsche. Die 73 Mitarbeiter verarbeiten die Daten, die kirchliche Verwaltungen, Krankenhäuser, Heime oder Kirchengemeinden auf elektronischem Weg direkt in die Rechnersysteme einspeisen. Ein besonderer Service ist die Mitgliederverwaltung für die Kirchengemeinden: Wichtige Meldedaten der Kirchenmitglieder werden zwischen den Kommunen und den Kirchengemeinden über die zentralen Rechner in Eggenstein ausgetauscht. Eine weitere Kernaufgabe ist das Finanz- und Personalwesen für die Kirchen. Eine der wichtigsten Aufgaben: Die rund 420 000 Gehaltsabrechnungen für kirchliche Mitarbeiter, die monatlich erstellt und an die Adressaten vermittelt werden.