1. Saarland

"Das Einreichen bei Film-Festivals ist ein wenig wie Lotto spielen"

"Das Einreichen bei Film-Festivals ist ein wenig wie Lotto spielen"

Sie waren schon öfter beim Ophüls-Festival. Nun allerdings als eingeladener Filmemacher und nicht als Zuschauer beziehungsweise Kameraassistent. Wie fühlt sich das an?Tim Klein: Ich freue mich natürlich darüber, diesmal mit einem eigenen Projekt dabei zu sein, auch wenn der Film nur im Rahmenprogramm (Spektrum) des MOP zu sehen ist

Sie waren schon öfter beim Ophüls-Festival. Nun allerdings als eingeladener Filmemacher und nicht als Zuschauer beziehungsweise Kameraassistent. Wie fühlt sich das an?

Tim Klein: Ich freue mich natürlich darüber, diesmal mit einem eigenen Projekt dabei zu sein, auch wenn der Film nur im Rahmenprogramm (Spektrum) des MOP zu sehen ist. Es ist immer etwas Besonderes, seine Arbeit auf einer großen Leinwand und mit frischem Publikum zu sehen.

Wie kommt man in ein Festiva-Programml?.

Tim Klein: Das Einreichen bei Film-Festivals ist ein wenig wie Lotto spielen. Es hat immer auch mit Glück zu tun. Man kann einen echt gelungenen Film haben und schafft es trotzdem nirgendwo rein. Bei der Programmauswahl kommen oft verschiedene Faktoren zum Tragen, nicht nur die Qualität des Films an sich. Ich habe schon wesentlich mehr Absagen erhalten, als ich Erfolge verbuchen konnte.

Wie sind Sie zum Film gekommen?

Tim Klein: Das war ein langer Weg. Ich habe bei Studentenfilmen mitgearbeitet, dann beim Saarländischen Rundfunk eine Ausbildung zum Kameraassistenten gemacht und als Freier gearbeitet. 2010 bin ich an eine Filmschule in New York gegangen. Während des Studiums hat man die Möglichkeit sich auszuprobieren und eigene Ideen in die Tat umzusetzen. Der Film ist während meines Studiums in New York entstanden.

Stimmt es, dass sie schon immer so sehr vom Kino begeistert waren, dass Sie Freunden Filmgeschichten so erzählt haben, dass diese sich im Nachhinein den Kinobesuch sparen konnten?

Tim Klein: Das stimmt schon, aber ich habe hoffentlich gelernt, mich bei meinen Nacherzählungen auf das Wesentliche zu beschränken. Mir wurde schon angekreidet, dass meine Version der Geschichte sich besser angehört hätte, als der Film dann letzen Endes war. Da sich für einige Freunde der Kinobesuch dann nicht mehr gelohnt hat, wurde ich eine Zeitlang auch gar nicht mehr gefragt.

Worum geht es in dem Kurzfilm, den sie in Saarbrücken zeigen?

Tim Klein: Wie der Titel schon sagt, geht es bei "An Affair to Forget'' um eine Affäre, an die man sich nicht wirklich gern erinnert und die man vielleicht am liebsten sogar ganz vergessen würde. Eine Situation, die viele sicher in ähnlicher Form kennen.

Sie waren auch schon auf dem Filmfestival von Cannes mit einem Projekt vertreten.

Tim Klein: In Cannes dabei zu sein, war eine tolle Erfahrung. Es hört sich dennoch immer spektakulärer an, als es ist. Das Festival bietet im Vergleich zu anderen eine größere Plattform für Jungfilmer, da einfach mehr Filme angenommen werden. Ich hätte aber nie gedacht, dass mein Film angenommen wird, vor allem weil die Anmeldegebühr teurer war als die Produktionskosten des Films. Als Festival-Nobody war das natürlich sehr lustig.