1. Saarland

Darauf einen heißen Glühwein

Darauf einen heißen Glühwein

Wie schön, dass es sie gibt, die Advents- und Weihnachtsmärkte. In Dudweiler, Quierschied, Bildstock und Neuweiler finden sie am Wochenende statt. Einstimmen durfte man sich schon eine Woche zuvor: in Herrensohr, Friedrichsthal, Fischbach, Göttelborn und in Hühnerfeld. Und natürlich in der Landeshauptstadt, am Schloss und rund um den St. Johanner Markt

Wie schön, dass es sie gibt, die Advents- und Weihnachtsmärkte. In Dudweiler, Quierschied, Bildstock und Neuweiler finden sie am Wochenende statt. Einstimmen durfte man sich schon eine Woche zuvor: in Herrensohr, Friedrichsthal, Fischbach, Göttelborn und in Hühnerfeld. Und natürlich in der Landeshauptstadt, am Schloss und rund um den St. Johanner Markt. Allein will man aber nicht schauen und verzehren, also nimmt man den männlichen Anhang mit. Unter der Überschrift: Fassungslosigkeit an Tannengrün, wie sich schnell herausstellen soll. Denn einem Mann (es soll auch Ausnahmen geben) ist kaum beizubringen, dass das Wort "brauchen" auf einem Weihnachtsmarkt nichts verloren hat. Etwa beim Betrachten keramischer Schönheiten. Kaum, dass man ein ausgefallenes Gefäß umgedreht und sich auf der Rückseite nach dem Preis erkundigt, kommt aus dem Hinterhalt die reichlich unnötige Frage: "Wofür braucht ma dann so was?" Hilfe! Man muss doch nicht alles brauchen. Sonst würden hier bestimmt Zündkerzen, Verlängerungskabel und Glühbirnen angeboten. Man kann doch auch mal was kaufen, um sich an seiner ganzen Nutzlosigkeit zu erfreuen. Oder müssen wir auf den Jahrhundert-Stromausfall warten, um ein Kerzlein zu brennen? Ich bin sicher, dass von solchen gewiss tausendfach geführten Diskussionen zwischen Mann und Frau eine Gruppe besonders profitiert: die Glühweinverkäufer. Denn ganz nüchtern übersteht man solche Debatten kaum.