1. Saarland

Dann kommt eben Splitt auf die Straße

Dann kommt eben Splitt auf die Straße

Sulzbachtal/Fischbachtal. Seit vergangenen Donnerstag sind die Räum- und Streudienste unserer Region fast rund um die Uhr im Einsatz. Der Winter mit Unmengen von Schnee, so viel wie seit Jahrzehnten nicht, hält alle auf Trab. So langsam kommen die Mitarbeiter der Baubetriebshöfe an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Die Arbeitszeitkonten sind schon prall mit Überstunden gefüllt

Sulzbachtal/Fischbachtal. Seit vergangenen Donnerstag sind die Räum- und Streudienste unserer Region fast rund um die Uhr im Einsatz. Der Winter mit Unmengen von Schnee, so viel wie seit Jahrzehnten nicht, hält alle auf Trab.

So langsam kommen die Mitarbeiter der Baubetriebshöfe an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Die Arbeitszeitkonten sind schon prall mit Überstunden gefüllt. Auch das Material, sprich die Fahrzeuge, zeigen die ersten Ermüdungserscheinungen. So ging am Ende der vorigen Woche beim großen Lkw des Sulzbacher Bauhofes die Kupplung kaputt. Nach Angaben von Baubetriebshofchef Thomas Eich ist das Auto wieder repariert und im Einsatz.

Ein weiteres Problem kommt fast überall hinzu: Das Salz geht zur Neige. "Unsere Leute haben bisher 250 Tonnen Salz verbraucht", sagt der Dudweiler Bezirksbürgermeister Walter Rodermann. Zurzeit gebe es mit dem Nachschub keine Probleme. "Wir bekommen unser Salz vom Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetrieb (ZKE) in Saarbrücken." Der ZKE hatte für diesen Winter nach Auskunft von Sprecherin Judith Pirrot 3200 Tonnen Salz, 100 Tonnen Granulat und 140 000 Liter Sole eingelagert - verteilt auf das ZKE-Lager in der Schillstraße sowie die Bauhöfe in Dudweiler und Güdingen. Pirrot: "Unser Zentrallager ist mit 250 Tonnen Salz noch gefüllt. Wir warten zudem jeden Tag auf Nachschub." Im vergangenen Winter verbrauchten der ZKE und die Bauhöfe rund 3500 Tonnen Salz. Wohl dem, der so große Lagermöglichkeiten hat.

Mit 90 Tonnen Salz und 80 Tonnen Splitt war das Lager des Bauhofes in Quierschied zu Beginn des Winters rappelvoll. Einmal kam bisher Nachschub: 100 Tonnen Salz. Mittlerweile ist fast nichts mehr da. Nach Angaben der Bürgermeisterin stocken die Nachlieferungen. Jetzt habe man eine neue Quelle aufgetan. Karin Lawall: "Wir bekommen jetzt Salz aus einer Verbrennungsanlage." Das müsse allerdings mit Granulat gemischt werden. "Wir wollen auf jeden Fall im kommenden Jahr unser Salzlager vergrößern", so die Verwaltungschefin.

Nach Angaben von Thomas Eich vom Sulzbacher Baubetriebshof hat sich die Lage gestern wegen des Regens leicht entspannt. Bisher sind rund 120 Tonnen Salz auf den Straßen gelandet. "Am Montag haben wir 25 Tonnen Salz bekommen" sagt Eich: "Die reichen für die Feiertage." Eine weitere Lieferung sei für die nächste Woche angekündigt. Allerdings habe der Lieferant das nicht garantieren können. Jetzt werde man verstärkt die Seitenstraßen anfahren. Und auch Treppen und Wege würden geräumt. Nach Angaben von Patrick Weydmann, Fachbereich Bauen und Umwelt der Stadt Friedrichsthal, wurden in der Stadt bisher 170 Tonnen Salz gestreut. 60 Tonnen fasst das Salzsilo im Bauhof. Ein weiteres 50 Tonnen-Silo werde Anfang nächsten Jahres installiert. Gestern bekam die Stadt eine Lieferung Splitt. "Da unser Salzvorrat gering ist, streuen wir jetzt Splitt", sagt Weydmann. "Wir bekommen jetzt Salz

aus einer Verbrennungs-

anlage."

Karin Lawall