Danielle Kallenborn aus Saarbrücken schließt mit 20 Master-Studium ab

Kostenpflichtiger Inhalt: Hochbegabte Saarbrückerin : Hochbegabt – und ganz normal

Die Saarbrückerin Danielle Kallenborn schließt schon mit 20 Jahren ein Master-Studium ab und wechselt danach zu einer Elite-Uni nach London.

Einen Intelligenz-Test hat Danielle Kallenborn nie gemacht. „Ich finde, dass der nicht wirklich eine Rolle spielt“, meint die Saarbrückerin, die gerade 20 geworden ist. Aber dass ihr Ergebnis so gut ausfallen würde wie nur bei einem absoluten Bruchteil der Bevölkerung, steht wohl außer Frage. Denn Danielle ist überdurchschnittlich klug. Schon mit 17 hat sie parallel zu ihrem Abitur am Ludwigsgymnasium (Note 1,0) ihre Bachelor-Arbeit im Fach Wirtschaftswissenschaften (Note 1,7) geschrieben. Und in wenigen Monaten wird sie – voraussichtlich ebenfalls mit einer Note zwischen 1 und 2 – ihren Master in „International Management“ an der angesehenen Esade-Universität in Barcelona abschließen.

Dass sie hochbegabt ist, darüber verliert Danielle am liebsten kein Wort. „Ich versuche, dass man mich erst als Person kennenlernt, bevor man mein Alter herausfindet, damit ich nicht von vornherein abgestempelt werde“, gibt sie zu. Denn schließlich ist die 20-Jährige genauso wie alle anderen Studenten: eine, die erst auf den letzten Drücker lernt, bevor es ernst wird, die abends gerne mit Freunden durch die Clubs zieht oder mit der Familie einen gemeinsamen Ski-Urlaub genießt. Doch auch nach ihrem erfolgreichen Master ist sie noch lange nicht am Ende ihrer Wünsche und ihrer beruflichen Ausbildung. „Die meisten aus meinem Studium sind jetzt auf Job-Suche – da bin ich froh, dass ich diesen Stress jetzt noch nicht habe“, gibt sie zu. Stattdessen freut sie sich auf ihren nächsten Studiengang: am Imperial College London, eine Uni, die schon mehr als ein Dutzend Nobelpreisträger hervorgebracht hat. Dort hat sie einen Platz im Fach Erd- und Planetenwissenschaften ergattert – mit Hilfe ihrer super Noten, nach einem persönlichen Vorstellungsgespräch in London und auch nach einem Empfehlungsschreiben ihrer früheren Deutsch-Lehrerin Andrea Schmidt.

Vor allem ihre „fachliche und soziale Kompetenz“ spreche für ihre ehemalige Schülerin, sagt die Pädagogin des Ludwigsgymnasiums. „Danielle ist nicht nur intellektuell super fit, sondern auch sozial unheimlich kompatibel“, sagt sie. „Es gibt oft das Vorurteil, dass hochbegabte Kinder ‚Nerds‘ und in der sozialen Interaktion schlecht seien. Aber das stimmt einfach nicht.“ Weder statistisch noch im speziellen Fall der Saarbrückerin. „Die meisten Hochbegabten sind auch im sozialen Bereich sehr kompetent, und das trifft bei ihr hundertprozentig zu“, meint Schmidt.

Um talentierte Schüler wie Danielle frühzeitig zu erkennen und noch gezielter fördern zu können, absolviert die 57-Jährige gerade eine Fortbildung zur systematischen Beratung. Es gehört zum Programm „Leistung macht Schule“ (LemaS), an dem das Ludwigsgymnasium als eine von vier Schulen im Saarland teilnimmt. Dass sie selbst so weit gekommen ist, wie sie nun schon ist, führt Danielle nicht nur auf Förderprogramme, sondern eben vor allem auch auf Menschen zurück – ihre Eltern ebenso wie engagierte Lehrer. „Ich glaube, wenn man eher introvertiert ist oder wenn man nicht das Glück hat, solche Menschen zu haben, wird es schwierig, seine Chancen zu nutzen“, sagt sie. „Auch als Schüler wird man ja mitgerissen, wenn man Lehrer hat, die sich begeistern.“

Ihre Klassenlehrerin etwa vermittelte ihr schon in der siebten Klasse ein Mathematik-Propädeutikum am Institut für Jugendmanagement in Heidelberg. Über dessen Young Business School wurde sie schließlich von Dozenten angesprochen, ob sie nicht studieren wolle – und so schrieb sie sich bereits mit 13 für Wirtschaftswissenschaften ein. Und nun Planeten? „Naturwissenschaften haben mir schon immer viel Spaß gemacht. Ich habe nach etwas gesucht, was das alles verbindet. Ich liebe das Universum – und ich interessiere mich auch für Raumfahrt“, gibt die 20-Jährige zu. In ihrem neuen Studium der Erd- und Planetenwissenschaften will sie all das miteinander kombinieren: „Dort geht es darum, dass man die Vorgänge auf der Erde versteht und auf das Universum überträgt.“

Doch wenn sie an die Zukunft denkt und was sie sich persönlich dafür wünscht, steht Danielle Kallenborn mit beiden Beinen fest auf dem Boden. „Es sind die typischen Sachen“, meint sie lächelnd. „Ich hätte schon gerne eine Familie und einen Beruf, der mir viel Spaß macht.“ Und sie weiß auch schon, was ihr Traumjob wäre: „Am liebsten würde ich Astronautin werden – das wäre cool!“

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