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Daniela Schlegel-Friedrich bleibt Landrätin im Kreis Merzig-Wadern

Daniela Schlegel-Friedrich bleibt Landrätin im Kreis Merzig-Wadern

Merzig-Wadern. Daniela Schlegel-Friedrich bleibt Landrätin des Kreises Merzig-Wadern: Bei der Landratswahl am gestrigen Sonntag setzte sich die 44-jährige CDU-Amtsinhaberin mit 70,19 Prozent der Stimmen gegen den SPD-Herausforderer Markus Rausch (41) durch, der auf 29,81 Prozent kam. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 40 Prozent.Um 19

Merzig-Wadern. Daniela Schlegel-Friedrich bleibt Landrätin des Kreises Merzig-Wadern: Bei der Landratswahl am gestrigen Sonntag setzte sich die 44-jährige CDU-Amtsinhaberin mit 70,19 Prozent der Stimmen gegen den SPD-Herausforderer Markus Rausch (41) durch, der auf 29,81 Prozent kam. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 40 Prozent.Um 19.39 Uhr verkündete Kreis-Wahlleiter Konrad Pitzius das vorläufige amtliche Endergebnis, das den Sieg von Schlegel-Friedrich bestätigte. Doch schon vorher hatte sich abgezeichnet, dass die alte Landrätin auch die neue sein wird: Schon das erste Gemeinde-Ergebnis aus Beckingen, das um 18.37 Uhr komplett vorlag, hatte den Trend vorgegeben. Hier war Schlegel-Friedrich auf 68,2 Prozent gekommen, Rausch auf 31,8. Ähnlich fielen die Zahlen aus, die nach und nach aus den übrigen Kommunen des Kreises eintrudelten.

In einer ersten Stellungnahme sprach die Wahlsiegerin von einem "Traumergebnis, das man nicht oft im Leben erzielt". Der erneute Wählerauftrag sei eine "tolle Mannschaftsleistung" gewesen, an der die Mitarbeiter in der Kreisverwaltung, der Kreistag, ihre Partei CDU und auch ihre Familie großen Anteil gehabt hätten. Daniela Schlegel-Friedrich steht seit 2004 an der Spitze der Kreisverwaltung, damals hatte sie sich in einer Direktwahl gegen den SPD-Kandidaten Thomas Caspar durchgesetzt.

Der unterlegene SPD-Herausforderer Markus Rausch erklärte, es sei ein schwieriges Unterfangen gewesen, gegen eine Amtsinhaberin anzutreten. "Es ist uns dennoch im Wahlkampf gelungen, Themen anzusprechen, die von den Bürgern angenommen wurden". Beide Kandidaten äußerten sich unzufrieden mit der niedrigen Wahlbeteiligung.

Meinung

Sympathiebonus bescherte den Sieg

Von SZ-RedakteurChristian Beckinger

 Der unterlegene SPD-Kandidat Markus Rausch gratuliert Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich zur Wiederwahl. Foto: ROLF Ruppenthal
Der unterlegene SPD-Kandidat Markus Rausch gratuliert Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich zur Wiederwahl. Foto: ROLF Ruppenthal

Das war eine klare Sache: Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich hat ihren Popularitätsbonus genutzt und einen eindrucksvollen Wahlsieg eingefahren. Ihr SPD-Kontrahent Markus Rausch hat wacker gekämpft, doch gegen den Bekanntheitsvorsprung, den die Amtsinhaberin auf dem Chefsessel im Landratsamt quasi automatisch besitzt, konnte er nichts ausrichten. Aber sowohl der zurückliegende Wahlkampf als auch die ziemlich flaue Wahlbeteiligung haben gezeigt: Bei den Landratswahlen geht es weniger um politische Inhalte oder um grundsätzliche Kontroversen, sondern rein um die Sympathie für diesen oder jenen Kandidaten. Offenbar können die meisten Wähler relativ wenig mit diesem Amt anfangen, weshalb sie sich auch nur begrenzt dafür interessieren, wer es ausübt. Darüber muss für die Zukunft dringend nachzudenken sein.