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Dahm verspricht jetzt Fisch an Aschermittwoch

Dahm verspricht jetzt Fisch an Aschermittwoch

Während die Setzlinge in den Becken wachsen, stehen komplizierte Verhandlungen an. Mit dem Ziel, dass es am Aschermittwoch Fisch aus Fürstenhausen auf dem Markt gibt, sagt Geschäftsführer Jochen Dahm.

Noch sind sie fingerlange Winzlinge, die Zehntausende von Doraden und Wolfsbarsche, die sich in Schwärmen in den Becken der Meeresfischzuchtgesellschaft Völklingen (MFV) in Fürstenhausen tummeln, berichtet Geschäftsführer Jochen Dahm. Meeresbiologin Vera Hanke päppelt sie mit Pellet-Futter auf, und Betriebsleiter Bert Wecker von der Firma Neomar sieht gelegentlich selbst im Taucheranzug nach dem Rechten. Einzige Aufgabe der Fische ist das Wachsen: Sie sollen Gewichtsklassen von 400 bis 600 bzw. 600 bis 800 Gramm erreichen, um dann im nächsten Jahr auf den Markt zu kommen: zu einem Kilopreis von unter 20 Euro, ausgenommen, aber mit Kopf und Schwanz.

Dies ist die Zielmarke, unter der die MFV und ihr Geschäftsführer Dahm derzeit mit möglichen Großabnehmern aus dem Handel verhandeln. In "ein, zwei Monaten" erwartet Dahm genügend Sicherheit für Vertragsabschlüsse. Mit den Fischen, die ersten kamen im Februar an, ist Dahm jedenfalls zufrieden: "Die Wolfsbarsche, Doraden und auch die Störe haben ein sehr ordentliches Wachstum hingelegt." Wobei sich die Störe vom Süßwasser in ihren Geburtsanlagen auf den Fürstenhausener Salzwasser-Mix umgestellt haben.

Die 4000 Störe vom Februar sind inzwischen laut Dahm schon bei rund 30 Zentimetern gelandet, brauchen aber vier bis fünf Jahre, um die Geschlechtsreife zu erreichen. Die MFV hat jetzt 40 Tonnen "große" Störe, Dahm zeigt's mit ausgespannten Armen, hinzu gekauft, damit es schon im kommenden Jahr auch Kaviar aus Fürstenhausen geben kann.

Wie und wo geschlachtet wird, ist im Moment noch offen. "Wir sind heftig am Verhandeln", sagt Dahm im SZ-Gespräch. Man könne auf eine Anlage zurückgreifen, die ein potenzieller Partner besitze. Diese liege allerdings ein gutes Stück weit von Fürstenhausen entfernt. Und die MFV stehe auch im Wort, dass "es einen Hofverkauf, ein Outlet-Center" gebe. In Fürstenhausen gebe es die Alternative, eine Schlachtanlage modular aufzubauen oder gleich eine Anlage mit Kaviarverarbeitung hinzustellen. Dahm: "Wir hätten einen, der uns die Halle baut, damit wir mieten können und nicht gleich eigenes Geld in die Hand nehmen müssen."

Stichwort Geld: Dahm will auf mittlere Sicht die öffentliche Beteiligung an der MFV auf unter 50 Prozent zu drücken. Neben dem bereits genannten potenziellen Partner Neomar ("10,1 Prozent") lägen Absichtserklärungen von Privaten vor, jeweils 25,1 Prozent zu übernehmen. Über diese Lösung ("die kennen sich alle schon") solle im Paket verhandelt werden.

Ein Ziel bei diesen Verhandlungen sei es, Geld in den Stadtwerke-Konzern zurückzubringen. Holding bzw. Gewerbeansiedlungsgesellschaft (GAV) hätten während der Querelen mit der früheren Partnerfirma IFFT zu den 5,4 Millionen Eigenkapital rund drei Millionen in Form von Rückstellungen und Darlehen nachgeschossen. Zudem sei die MFV dann an einer Gesellschaft beteiligt, die weitere Anlagen baue. Denn, so Jochen Dahm: "Ich glaube nicht, dass mir der Stadtrat noch einmal eine Million Euro gibt, um eine zweite Anlage zu bauen. Und zudem sind wir besser mit 20 Prozent an zehn Anlagen beteiligt als mit 100 Prozent an einer."