1. Saarland

Corona-Aufholprogramm im Saarland: 28 Millionen Euro für Schulen

Corona-Aufholprogramm an den Schulen : Nachhaltige Förderstrukturen schaffen!

Mit mehr Geld soll Schülern in den nächsten zwei Jahren geholfen werden, die Pandemie hinter sich zu lassen. Bei dieser einmaligen Hilfe sollte es nicht bleiben. Sie kann nur Grundlage für noch mehr zielgerichtete Förderung sein.

Schleppend ging es im Sommer los mit Angeboten für Schülerinnen und Schüler im Rahmen des milliardenschweren bundesweiten Corona-Aufholprogrammes. Viele  Schulen – bereits ausgepowert von monatelangem Hybridunterricht – hatten weder Energie noch Personal, um auch noch schnell ein Ferienangebot aus dem Boden zu stampfen. Und viele Corona-dauergenervte Schüler hatten auch keine Lust drauf, schon gar nicht auf Nachhilfe.

Jetzt kommt das Programm aber in die Gänge. Die Angebote wollen gut abgestimmt auf die jeweiligen Schulprofile und Schülerbedürfnisse sein. Schließlich soll das Ganze auch was bringen. 28 Millionen Euro  verteilt auf hunderte Schulen im Land klingt nach viel. Letztendlich müssen die Schulen mit dem zusätzlichen Geld aber haushalten.

Dass spielerische Angebote im sozial-emotionalen Bereich wichtig sind, steht außer Frage. Kinder, die dort Defizite haben, sind oft auch von Lernschwächen, viele auch von Sprachschwierigkeiten betroffen. Deshalb sollte das Geld, das bis Ende 2022 fließt, so eingesetzt werden, dass nicht nur Angebote mit hohem Spaßfaktor auf dem Programm stehen, sondern die Strukturen für längerfristige Förderung gestärkt werden. Erlebnispädagogik ist hilfreich. Regelmäßige, frühe (!) Sprachförderung vor allem in den Kitas oder die Aufarbeitung gravierender Defizite von Schulstoff aber ist unerlässlich.

Wer hier die Mittel so einsetzt, dass nachhaltige Strukturen entstehen, die auch nach 2022 weitergefördert werden müssten, hat wirklich etwas für die Schülerinnen und Schüler erreicht. Der Mangel an qualifiziertem Personal in den Schulen ist riesig. Doch viele kompetente Quereinsteiger hätten den Kindern einiges zu bieten. Man sollte die Millionen jetzt nutzen, um diese multiprofessionellen Teams zu stärken.