Cooler als der Sportunterricht

Cooler als der Sportunterricht

Saarbrücken. Die gesamte Ostschule von Klasse eins bis vier ist am Freitagmorgen von 10 bis 12 Uhr auf dem Sportplatz Kieselhumes. Rund 270 Schüler mit roten Kappen, laufen, springen, werfen und feuern an. Marathonläuferin Susanne Hahn zeigt am Geländer, wie man sich ordentlich dehnt. Boris Henry und sein Kollege Matthias de Zordo unterweisen die Kinder im Werfen

Saarbrücken. Die gesamte Ostschule von Klasse eins bis vier ist am Freitagmorgen von 10 bis 12 Uhr auf dem Sportplatz Kieselhumes. Rund 270 Schüler mit roten Kappen, laufen, springen, werfen und feuern an. Marathonläuferin Susanne Hahn zeigt am Geländer, wie man sich ordentlich dehnt. Boris Henry und sein Kollege Matthias de Zordo unterweisen die Kinder im Werfen. Andere Teamkollegen und Speerwerfer wie Alexander Vieweg, Esther Eisenlauer und Stefanie Hessler kümmern sich um Disziplinen wie Weit- und Hochsprung, Sprint und anderes. Kleine Hürden werden die Kinder gegen Ende auch ausprobieren können. Die Lehrer versuchen dabei, die Kids so gut wie möglich zu unterstützen. Nach den Bundesjugendspielen am Dienstag ist es für die Schüler der Ostschule eine kleine Besonderheit, diesmal unter professioneller Anleitung wieder Leichtathletik zu treiben. Diese Veranstaltung bildet das Ende der Sportprojektwoche der Grundschüler, die in der Woche auch Sportarten wie Judo, Hockey, Hip Hop und Rhythmische Sportgymnastik ausprobiert haben. "Mit der Sportprojektwoche konnte ich einen lang gehegten Wunsch von mir umsetzen", sagt Gabi Mirrhakkeh, die seit einem Jahr Schulleiterin ist. Das traf sich gut mit der Idee des SV Saar 05, Schülern die Leichtathletik nahe zu bringen. Die Sportler des SV Schlau.Com Saar 05 und Vorsitzender Dr. Walter Hort möchten mit dieser Veranstaltung für die Leichtathletik werben. "Natürlich ist das auch für unseren Verein, weil die Ostschule in unserem Einzugsgebiet liegt", sagt Hort.Speerwerfer Boris Henry ist an diesem Tag auch auf Talentsuche. Anfangs führen er und Matthias de Zordo den Kindern der Klasse 4.1 einmal vor, wie weit man einen Heuler werfen kann. "Wow", geht es durch die Reihe der Kinder. Viele machen es begeistert nach, versuchen, sich gegenseitig in der Weite zu übertreffen. Florian Deeg, 9, ist beeindruckt von der Wurfweite von Boris Henry und findet es "cool", den Bronzegewinner der Weltmeisterschaften 2003 werfen zu sehen. "Das Werfen, die Hürden und den Staffellauf haben Spaß gemacht, aber es war schwerer und anstrengender als in der Schule", findet Florian. Besser als den Sportunterricht fand es der neunjährige Sean Heinz: "Immer nur Völkerball spielen ist langweilig." Viele Kinder sind selbst schon sehr aktiv: Peter Maurer, 10, macht Judo, Geräteturnen und Fußball. Kira Ortleb, 9, spielt Tennis und Hockey. Für Nina Stier, 9, aus der 4.3 ist vieles "nur Wiederholung". Durch ihre Mutter treibt sie schon seit dem dritten Lebensjahr Leichtathletik. "Es war aber schön mit den Heulern und dem Wettrennen", wirft ihre Klassenkameradin Kristin Blank ein. Eine andere, Julia Kuhn, 9, schwärmt: "Boris Henry war toll, den sieht man ja so oft irgendwo." "Für Kinder in diesem Alter gibt es keine Sichtung", sagt Henry, "welche Sportart man betreibt, ist abhängig von den Eltern. Ich möchte talentierten Kindern zeigen, dass es nicht nur Fußball gibt, sondern auch die Option Leichtathletik.